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Die Frage über das Maximum des Dickmeisches gab den Herren Voigt, Freitag, v. Plötz, Kögel, Jacobs Veranlassung, sich dahin zu verständigen, daß der Versuch, unter 69— 70 Quart Meischraum auf den preuß. Scheffel Kartoffeln herunterzugehen, nur durch solche hohe Verluste an der Alkoholausbeute erkauft werde, daß trotz der Senernn⸗ in den preußischen I ee te. der Reinertrag sich vermindere.—
Hierauf legte der Vorsteher der Section die Frage vor:
„Welche von den in der neuesten Zeit angewandten Brenn⸗ apparaten haben sich in Qualität und Quantität des Pro⸗ ductes am besten bewährt?“
Man erklärte sich in Betreff der Quantität ohne weitere Discussion dahin, daß jeder von den überhaupt allgemeiner bekannt ere N und anerkannten neueren Apparaten ziemlich gleich viel leiste.— Ueber die Qualität des Spiritus, als von der Construction der Apparate gar sehr e sprachen sich aus: Amtsrath Karbe, Amtsrath Freitag, Dr. Schulze, Oberamtmann Voigt, Dr. Schrö⸗ dler, Forstrath v. Wickede. Diejenigen Mitglieder der Seckion, denen der Schwartz'sche Apparat durch eigenen Gebrauch bekannt war, äußerten sich gün⸗ stig über die leichte Reinigungsfähigkeit desselben nach seiner neueren Construction, und da man anerkannte, daß die Reinigung der inneren Flächen in den Apparaten eine Hauptbedingung für die Qualität des Spiritus sei, so nahm Dr. Schulze Veranlassung, auf ein schon früher von ihm öffentlich empfohlenes und mehrfach praktisch bewährtes Verfahren aufmerksam zu machen, vermittelst dessen auch der gewöhnl iche Pistorius' sche Apparat leicht gereinigt werden könnte. Es wid nämlich das Rohr, welches von den Becken nach der Schlange abgeht, mit einer versch Lendaren Oeffnung versehen, durch welche der innere Raum der Becken und des Lutterkastens auf der einen, sowie die Schlange auf der andern Seite sich mit einer Flüssigkeit füllen lassen, die durch eine beliebige Vorrichtung am untern Ende dieser Theile abgesperrt und abgelassen werden kann.— Füllt man nun jene Dußrn in denen sich vorzugsweise viele Unreinigkeiten absetzen, möglichst oft,
h. wenigstens Zmal wöchentlich, entweder mit sehr verdünntem. Essig oder mit Waser, worin 1% Schwefelsäure aufgelöst ist, und ersetzt man diese saure Flüssig⸗ keit, nachdem sie einige Stunden mit der inneren Kupferfläche in Berührung ge— blieben, durch reines Wasser, welches erst kurz vor dem Gebrauch des Apparates abgelassen wüdz so ist für die Becken und die Schlange jede Anderweitthe Reini⸗ ung uberflüssig. Der Lutterkasten müßte allerdings außerdem noch von Zeit zu Zeit durch Scheuern gereinigt werden und zu dem Ende mehr als eine verschließ— bare Oefuung an der Außenfläche e sein.— Oberamtmann Voigt bestätigt aus. Erfahrung den Erfolg des eben beschriebenen Verfahrens und fügt noch hinzu, daß er als saure Flüssigkeit abgeklärte Schlempe anwende. Die Frage einiger Sectionsmitglieder an den vorigen Sprecher: diesel be eben das leiste, wie die von ihm empfohlenen Säuren, wurde bejaht.— Der Vorsteher wendete sich jetzt an die Verianmnlung mit der Frage:
„„ der doppelte Pistorius'sche Apparat den Vorzug vor dem
Schwartz'schen Apparate bewährt, oder hat der letztere aner⸗ riehn erangen erfahren, wodurch er sich mehr em— pfiehlt?“
Dr. Schröder und Forstrath v. Wickede theilten mit, daß der Schwartz sche Apparat, was man früher an ihm bezweifelt habe/ bei 3 hnrmnrn über Soprocentigen Spiritus liefere, im Brennmaterialverbrauch gegen den Pistorius'schen wenigstens nicht nachstehe und in der Anschaffung wohlfeiler sei.


