Schafe an Gelbsucht gelitten. Gleiche Erfahrung wollte Herr Amtsrath Zuck— schwert beim Füttern des Mastviehes gehabt haben.
Dem widersprechend führte Herr Oberamtmann Jacobs an, daß, wenn er mehr als 1½ Quart auf jedes Schaf gerechnet zu saufen gegeben, namentlich wenn so viel, als diese hätten saufen wollen, meistens 20 Procent der Kopfzahl gelb⸗ süchtig geworden. Herr v. Bujanovics empfahl, gestützt auf die unbestrittene Erfahrung, daß zu viel nasses Futter den Schafen überhaupt nachtheilig, die Schlempe über in ein mit durchlöchertem Boden versehenes Gefäß geschütteten Häcksel zu gießen, so daß mit letzterm die soliden mehlichten Theile der Schlempe sich ver⸗ binden, die Flüssigkeit aber abläuft; der so mit den nahrhaften Theilen der letztern verbundene Häcksel könne dann den Schafen in beliebiger Menge gegeben werden und sei ein ebenso gesundes als nahrhaftes Futter. Endlich machte Herr Eber-⸗ hardt noch auf die bekannte Thatsache aufmerksam, daß Meische, aus schon ge⸗ keimten Kartoffeln bereitet, des in den Keimen vorhandenen Solanins halber, jedenfalls nachtheilig auf die Gesundheit der damit gefütterten Thiere wirken müsse. Dr. Meyer.
Dirgittie Siz umg. Am 4. September.
Der Vorsteher fordert den Dr. Schulze auf, als Nachtrag zu der Verhand⸗ lung in der vorigen Sectionssitzung seine Ansichten über die Vorzüge und das eigentliche Wesen der künstlichen sauren Hefen mitzutheilen. Es geschieht dies durch eine Erörterung folgenden Inhaltes: Die größere Ausbeute an Spiritus, welche man seit der Einführung der künstlichen sauren sowohl reinen Schrot- als der Kartoffelschrotbärme erhalten hat, möchte sich aus dem Gesichtspunkt er⸗ klüten, daß 1) die Säure dieser sauren Hefe, wenn bei deren Bereitung kein Fehler in Bezug auf Reinlichkeit ꝛc. begangen wurde, nicht Essigsäure, sondern Milchsäure ist, die, so lange sie nicht in zu reichlicher Menge erzeugt wird, sich durchaus nicht als ein für die Alkoholausbeute nachtheiliges Säureferment betrach— ten läßt; 2) disponirt sogar die Gegenwart derselben in der Hefemeische die letztere zur Erzeugung einer reichlicheren und besonders. Hefe, was sie auch mit anderen organischen Säuren gemein hat; 3) ist es nicht unwahrscheinlich, daß durch ihre Vermittelung selbst während der Gährung die Masse der gährungs⸗ faäͤhigen Substanz, des Traubenzuckers, auf Kosten des Gummis vermehrt, also der eigentliche Einmeischungsproceß noch fortgesetzt werde; 4) dient dieselbe Säure zur Auflösung der schleimigen Substanzen, welche der unmittelbaren Berührung der Hefetheilchen mit der Zuckerauflosung und somit der Alkoholbildung selbst hinderlich ind. ö Hierauf ward die Discussion über den Werth der Getreidehefe gegen die Kartoffel⸗ und Natronbärme noch fortgesetzt durch die Herren Oberamtmann Ja⸗ cobs, Gutsbesitzer Kögel und Dr. Schröder. Es stellte sich dabei der Vorzug der reinen Schrothefe insofern heraus, als die Kartoffelhefe nur durchaus gute Kartoffeln verlangt, und bei Mangel an solchen leicht umschlägt. Desgleichen haben' viele Brennereien auch die sonst sehr geschätzte Gumbinner'sche Hefe wieder verlassen, weil sie oft umschlägt, wenn man sie nach Gumbinner's Vorschrift receptartig bereitet. Gute Resultate liefert sie bei Beachtung einiger zuweilen übersehener Umstände, z. B. der Qualität des Wassers. Wo Fluß⸗ 9005 uberhaupt sehr weiches Wasser zur Disposition ist, könne man mit derselben 2 niedriger einbrühen als nach Gumbinner's Angabe.—


