Jahrgang 
1842
Einzelbild herunterladen

45⁵⁷

sein möchte, verkannte aber übrigens nicht, daß Locabverhältnisse diese angenommene Capitalgröße beziehungsweise wie um erhöhen, so auch, um eben so viel durch schnittlich vermindern könnten.

Die Versammlung wird nun durch den Herrn Gutsbesitzer Kögel veranlaßt, über die 78ste der allgemeinen Versammlung vorgelegte Frage zu discutiren, nämlich:

Welches sind die neuesten Erfahrungen über die Benutzung der Kartoffelstärke zum Gebrauch der Brennereien?

allein bei dem Mangel mehrseitiger Erfahrungen hierüber Seitens der anwesen den Herren führte die Besprechung dieses Punktes zu keinem genügenden Resultate. Bemerkenswerth ist die von dem Herrn Amtsrath Freitag abgegebene Erklärung, daß er bei der fraglichen Benutzung der Kartoffelstärke guten Erfolg in peeuniärer Rücksicht nicht gehabt. Bei also fehlendem Stoffe zu weiterer Ausdehnung der hier⸗ über angeregten Discussion, verließ die Gesellschaft denselben und richtete ihre Auf merksamkeit darauf:

Ob sich die Anwendung des grünen Malzes in den Brennereien bewähre, und ob neue Erfahrungen über die Bereitung des selben vorhanden?

Ganz allgemein machte sich hierbei die Ansicht geltend, daß bei Anwendung des grünen Malzes sich gleich vorzüglicher Spiritus gewinnen lasse, als bei Verarbeitung des gedarrten, und dürfte als Regel zu beobachten sein, daß man das erstere nur in den Wintermonaten anwende, das letztere dagegen in den Sommermonaten benutze; dabei gewähre der Gebrauch des grünen Malzes noch eine Ersparniß bis auf 4 der Gerste.

Auf die solcherweise erfolgte Beantwortung der letztgenannten Frage zog in der heutigen Sitzung der Vorstand noch folgende drei Punkte zur Berathung:

a)Welches ist die zweckmäßigste Höhe der Meischbottiche?

b)Welches ist der zweckmääßigste Anstrich derselben?

und endlich die 88ste der fünften allgemeinen Versammlung vorgelegte Frage:

e)Wie wirkt der Genuß des Branntweinspuligs auf die Gesund heit der damit genährten Thiere, und wie viel darf den ver schiedenen Thiergattungen davontäglich verabreicht werden?

ad a. sprach Herr Dr. Schröder seine Ansicht dahin aus, daß er eine Höhe von 5 Fuß für zweckmäßig erprobt habe, übrigens der Meinung sei, daß die Höhe der Bottiche auf die Spiritusgewinnung ohne Einfluß sei, welcher letztern Be merkung von den anwesenden Mitgliedern auch nicht widersprochen wurde.

Die Frage

ad b. führte zu verschiedenen Vorschlägen. Herr Oberamtmann Jacobs schlug

nach Fischer vor, die Meischgefäße mit Oel so lange zu tränken, bis dieses auf der andern Seite wieder durchdringt, wobei Herr Eberhardt von Ludwigslust empfahl, die so mit Oel getränkten Gefäße vor ihrer Benutzung eine Zeit lang zu verschiedenen Malen mit heißem Wasser zu füllen. Herr v. Weßmann wollte eine Auflösung von Colophonium in starkem Spiritus 2 bis 3 Mal aufgetragen als sehr empfehlenswerth erprobt haben; endlich empfahl noch Herr Oberamtmann Voigt einen Anstrich von Oelfarbe öters wiederholt, nahm übrigens die Kostspieligkeit desselben nicht in Abrede.

Die in Veranlassung der Frage:

ad c. mitgetheilten Erfahrungen waren sehr widersprechender Art.

Herr Amtsrath Freitag erklärte, nie nachtheilige Wirkungen auf die Gesundheit des Viehes gespurt zu haben; wenn er demselben auch so viel zu saufen gegeben, als es überall nur gemocht hat, nie hätten seine in solchem Maße damit gefütterten