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spiele angeführt, wo ein scharfer eisenschüssiger Sandmergel jenen uachtheiligen Erfolg gezeigt hatte, eine andere Mergelsorte dagegen unter sonst gleichen Umständen nicht— oder bei einer gewissen Beschaffenheit dieses oder jenes Bodens werden durch das Mergeln die bedingenden Ursachen hervorgerufen, und es ist demnach durchaus noth⸗ wendig, daß diese und ähnliche landwirthschaftliche Erfahrungen durch genaue Berück— sichtigung der chemischen und physikalischen Beschaffenheit des Bodens sowie des Mer— gels vollständiger ergänzt werden.— Wie viel man in Mecklenburg dem Mergel verdankt, sprach sich bei dieser Gelegenheit durch Herrn Pogge(Zierstorff) auf eine sämmtlichen Sectionsmitgliedern gewiß unvergeßliche Weise aus.—
Herr v. Bujanovies schloß an deese von der Section wegen der für die Tech— nik großen Wichtigkeit ihres Gegenstandes sehr lebhaft geführten Debatte noch die An- deutung an: wie es der Mühe werth sei, Versuche über den gleichzeitigen Anbau meh— rer Kartoffelsorten von verschiedenen Zeitperioden der Reife anzustellen. Für jede Sorte nämlich müsse es eine Periode geben, wo sie nach dem Schwitzen oder über— haupt nach kürzerer oder längerer Aufbewahrung in ihrem allgemeinen Werth am be— sten und für die technische Benutzung am geeignetsten sei, so daß man von der ersten Einerntung an bis in das Frühjahr hinein ein für den unmittelbaren Ver⸗ brauch und die technische Verarbeitung stets gleich geeignetes Quantum von Kartoffelu vorräthig habe.—
Hierauf ging die Section zu dem eigentlichen Branntweinbrennereibetriebe über, und der Vorsteher legte die Frage vor:
„Welches die neuesten Erfahrungen über die Anwendung von Meischmaschinen in der Brennerei seien?“
Wegen der sehr bedauerlichen Nothwendigkeit, das Sectionslocal gastrono⸗ mischen Rücksichten räumen zu müssen, konnte der Gegenstand nicht erledigt werden. Man vereinigte sich im Allgemeinen und ohne vollständige Begründung dahin, daß mittelst guter Meischmaschinen bis jetzt der Erfolg durchschnittlich ein besserer gewesen sei, als ohne dieselben. Herr Oberamtmann Voigt spricht sich über die Maschinen mit liegender Welle in Vergleich zu denen mit stehender Welle dahin aus, daß er den letztern den Vorzug einräumt, sofern der Vormeischbottich mit einem doppelten Boden versehen sei, so daß die Meische sich bei warmer Witterung von außen durch Anfüllen des Zwischenraumes mit kaltem Wasser und ohne Zugießen von solchem zur Meische abkühlen ließ e. Dr. F. Schulze.
Zweite Sitzung. Am 3. September, Abends 7 Uhr.
Da das Protokoll wegen anderweitiger Occupation eines der Geschäftsführer nicht verlesen werden konnte, so eröffnete der Vorstand die heutige Sitzung sofort mit der Frage:
„Bewährt sich in Bezug auf Brennmaterial-Ersparniß die An-⸗ wendung der Hochdruckmaschinen in den Brennereien, insofern als der Dampf erst zum Betriebe der Maschine und dann zum Dämpfen der Kartoffeln und Abbrennen der Meische benutzt wird?“
Herr Baron v. Eckardstein behauptete, daß nach seinen Erfahrungen zur Dampferzeugung für den gleichzeitigen Betrieb der Maschine, Abbrennen der M.ische und Dämpfen der Kartoffeln circa 25—30 Procent Brennmaterial mehr erforderlich sind, als bei der gewöhnlichen Betriebsweise, wo das Dämpfen der Kartoffeln und


