Jahrgang 
1842
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453 Hautfläche einer bestimmten Stelle dazu, um ein gedrängtes Vließ zu bilden? oder hat die Masse des Wollfetkes und die Form und Länge der Wollhaare einen Einfluß auf die Ge drängtheit des Vließes?

Sehr hervorgehoben ward bei den Debatten über diese Frage, daß ein scheinbar gedrängtes Vließ sehr oft durch fehlerhaften Wollbau, durch Unregelmäßigkeit des Wollwuchses hervorgebracht werde. Die wahre Gedrängtheit des Vließes könne nur aus dem dichten Stand der Wolle hervorgehen. Das Zählen der Wollhaare pro U◻ Zoll der Hautfläche betreffend, so wußte Niemand ein Mittel anzugeben, wodurch dies zu bewerkstelligen sei, außer indem ein Stück Haut sammt der Wolle aus dem Fell eines geschlachteten oder eingegangenen Schafes herausgeschnitten und demnächst die Wollhaare abgezählt würden.

Präsident v. Weckherlin: Die Zeit drängt uns, meine Herren, leider zur Trennung. Erlauben Sie mir noch, den Dank für Ihre bewiesene Nachsicht und für das freundliche Entgegenkommen auszusprechen, wodurch Sie mir die beste Gelegenheit verschafften, mich in der mir so höchst wichtig erscheinenden Vervollkommnung der laud wirthschaftlichen Hausthierzucht so vortheilhaft zu belehren.

Beilage XI.

Protokolle der Sitzungen der technischen Section zu Doberan. Redigirt von Dr. Schulze und Dr. Meyer.

Erste Sitzung. Am 2. September 1841.

Die Section für technische Gewerbe trat am 2. September früh nach 11 Uhr zusammen. Die Vorstandswahlverhandlungen wurden durch Herrn Revisionsrath Schumacher eingeleitet, und zu Vorstehern der Herr Gutsbesitzer Kögel auf Garden und der Herr Oberamtmann Jacobs zu Fehrbellin erwählt, zu Geschäftsführern der Herr Dr. Franz Schulze zu Eldena und der Herr Amtmann Dr. Meyer zu Schwaan in Mecklenburg bestimmt.

Die erste Versammlung eröffnete an demselben Tage, Abends 7 Uhr, Herr gel mit einer Darlegung der Nothwendigkeit, daß in den Discussionen der Section einige Gegenstände, die Cultur der technisch zu verarbeitenden landwirthschaftlichen Pflanzenproducte betreffend, hineinzuziehen wären, sofern es sich nämlich darum han dele, daß durch die Cultur diejenige Qualität jener Producte erzielt werde, welche sie zur Verwendung für die landwirthschaftlich technischen Gewerbe geeignet mache. Nachdem die Section sich damit einverstanden erklärt hatte, wurde als erster Gegen stand der Besprechung die Branntweinbrennerei proponirt, und von dem ersten Vor steher zunächst folgende Frage in Betreff des für dieses Gewerbe wichtigsten Materials der Kartoffel, vorgelegt:

Welche Erfahrungen hat man bei dem Kartoffelbau in Bezug auf den Einfluß der Obenaufdüngung auf den Stärkegehalt der Kartoffeln gemacht?