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Verhältnisse auf die Production der Mittelwolle und der groben Wolle angewiesen?“
Diese Frage ward dahin entschieden, daß die nordostlichen, besonders die trock— neren Gegenden Deutschlands, wo das Grundeigenthum sich in großen Flächen zu⸗ sammenfindet, sich vorzugsweise zur Production der feinen Wolle eignen; den westli⸗ chen Gegenden Deutschlands, wo das Fleisch höhere Preise hat, wurde mehr die Erzeugung der minder seinen Wollen zugewiesen.
Präsident v. Weckherlin: Bei der Versammlung zu Potsdam habe ich über die Haltung der passendsten Schafe für die verschiedenen Verhältnisse Deutschlands allgemeine Ansichten gegeben, und dabei einen Unterschied zwischen den Gegenden gemacht, welche mehr für die Fleischproduction sich eignen, und denen, welche mehr auf die Erzeugung feiner Wolle hingewiesen sind. Sie treffen in letzterer Hinsicht mit der eben geäußerten Ansicht zusammen.
Thaer: b)„In welchen Wollsorten und durch welche Eigenschaften der Wolle kann Deutschland mit den durch Klima und niedrige Landrente in der Wollproduction begunstigten Ländern, Neu⸗Holland, Südrußland, Amerika u. s. w., die Concurrenz auf dem Londoner Weltmarkt am längsten aushalten?“
Antwort: Durch Erzeugung der edelsten hochfeinen Wolle.
Es ward dabei über diese verschiedenen Länder ausführlich gesprochen, und beson— ders herausgestellt, daß Südrußland nicht unter die so hoch begünstigten Länder zu rechnen wäre, dahingegen das alte Polen und Mittelrußland durchaus geeignet seien, mit den geringsten Kosten vortreffliche Wolle zu produciren.
Frage 60:
„Steht bei Schafen von gleicher Rage, gleicher Wollfeinheit, ähn— licher Körpergestalt, aber ungleicher Körpergröße(d. i. von ungleichem Kubikinhalt), der Wollertrag im Verhältniß zur Körpergröße, oder zur Hautfläche des Thieres, oder in wel— chem anderen Verhältniß?“ ö
ward dahin beantwortet: zur Hautfläche; jedoch fanden sich auch geringe Abweichun⸗ gen von dieser Annahme.
Frage 61:
„Steht bei Schafen von ungleicher Größe von derselben Rage der Futterbedarf mit der Körpergröße(wofür bei gleicher Be— leibtheit das Köpergewicht in der Regel der Repräsentant sein wird) in directem Verhältniß?“ 410
Antwort: Nach der Körpergröße. Aber es bewirkt die Hautfläche in so fern eine Differenz, als diejenigen Schafe, welche in Folge einer größeren Hautfläche mehr Wolle tragen, des Futters mehr bedürfen, indem die Production eines größeren Wollgewichts mehr Futter kostet als die eines Pfundes Fleisch. Da kleine Schafe im Verhältniß ihres Gewichts mehr Hautfläche haben, so tragen sie auch, pro 100 Pfund Körpergewicht, mehr Wolle. Der Futterbedarf richtet sich nach dem Körpergewicht, jedoch muß außer dem Bedarf für den Körper auch der für die Wolle hinzugerechnet werden.—— ö
Da ich zum Schluß des Referats aufgefordert bin, so will ich nur noch die Frage 63 hervorheben: ö
„Wird das, was man Gedrängtheit des Vließes nennt, allein durch den dichten Stand der Wollhaare auf dem Körper her⸗ vorgebracht, und wenn dies der Fall wäre, wie viel Woll— haare eines gewissen Feinheitsgrades gehören pro U Zoll


