Jahrgang 
1842
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451 Hautfläche zu erziehen, welche bei minder feinen Thieren Ein Haar ernährt, ist eine höchst schwierige. Ferner wurde bemerkt, daß die große T Differenz im Schurgewicht hochfeiner und minder feiner Schafe wohl immer stattgefunden haben möge, jetzt aber besonders durch die von Herrn v. Thünen gemachten trefflichen Beobachtungen und Schlußfolgen klarer herausgestellt sei. Diese sei aber um so mehr in der Natur be gründet, als gewöhnlich die Dicke der Haut mit der Dicke der Haare übereinstimme, man aber wohl annehmen dürfe, daß die Menge der Nahrung, welche von der Haut der Wollbildung zugeführt werde, mit der Stärke der Haut in Verhältniß stehe, demnach auf einer dünnen Haut ein geringeres Wollquantum erzeugt werde. Es erscheine also, um ein größeres Zahlenverhältniß zu gewinnen(mehr Wolle pro 100 Pfund Körpergewicht) nöthig, daß man diesen gewöhnlichen Gang der Natur zu überwinden sich bemühe, und daß die Kunstzüchtung dahin Wnee feine Wolle selbst auf dicker Haut zu erzeugen. Wie schwierig 10 auch sein das edle Wollschaf mit einer dicken Haut zu bedecken und auf solcher hochsene 2 Wolle zu erziehen: so sei dies nichtsdestoweniger ein Punkt, wornach der Züchter streben müsse. Erst dann könne ein ganz richtiges Zahlenverhältniß in der Art, wie es durch v. Thünen ge schehen sei, aufgestellt werden, wenn das Schurgewicht von solchen feinere und gröbere Wolle tragenden Thieren mit einander verglichen werde, welche eine gleiche hohe Ver edelung in Bezug auf Wollmenge erreicht hätten. Ein Jeder werde jedoch zugeben, daß die Erreichung eines solchen idealen Hochpunktes der Züchtung bei hochfeinen Electoral⸗ Thieren äußerst schwierig sei.

v. Thünen bemerkte hierzu mit treffendem Scherz:Da ich in der Electa Züchterei schlecht gezüchtet haben soll, so werden Sie zugeben, daß ich ein ganz aus gezeichneter Züchter in der Secunda-Schäferei war.(Gelächter.) Er hatte mit dieser Bemerkung nicht Unrecht, sprach eine tiefere Wahrheit aus. Ich würde mich gern noch weiter über des Hernn v. Thünen äußerst werthvolle Beobachtungen und Schlußfolgen aussprechen, allein ich waß nicht, ob ich das Referat noch weiter aus dahnen darf.

Vorstand Graf v. d. Osten-Sacken: Ich bitte Sie zu berücksichtigen, daß um 9 Uhr Plenarversammluns g ist.

Thaer: So erlauben Sie mir, meine Herren, rasch zu Ende zu gehen.

Frage 59:

Welchen Einfluß üben die Verschiedenheiten im Klima, Boden und im Werthe des er auf die Productionskosten einer gegebenen Wollsorte aus, und wie wird durch die Verschieden heit dieser Potenzen das Ver rhältniß in de uEdertnng tosten der snt mnirRyn. Wollsorten unter einander verändert?

Diese holche ist nicht völ lig kritisch betrachtet. Ich erwähne nur, daß en sowohl von solchen Herren, die im Norden, als von solchen, die im Süden wohnen, Wöil nue worden sind. Von ersteren ward ann daß das nördliche Klima die Wolle nicht vergröbere, eher sei möglich, daß sich das Vl 1 im hohen Norden dichter stelle, wofür die Schäfereien Schwebens den Beweis lieferten. Hierbei Wude ausgesprochen: daß je mehr die Wolle durch Weide erzeugt werde, desto billiger ihre Erzeugung sei. Da bei der Hervorbringung gröberer Wolle in der Regel mehr an Stallnahrung und Winterfutter zu ersparen sei, so hätte die Gelegenheit, die Schafe mehr auf Weiden zu erhalten und deren Leschafenheit wesentlichen Einfluß auf die Wahl der Wollsorte, welche am billigsten producirt werden7

a)Welche Bicvinzen Deutschlands können durch die Gunst die ser Verhältnisse die hochfeine Wolle am fainten erzeugen,

und welche andere Provinzen Deutschlands sind durch diese 29*