Jahrgang 
4 (1800)
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auch die auf einzelnen Feldern angebaueten Ge⸗ wächse, bis zu ihrer letzten Aberndtung, mit äußerster Sorgfalt geschonet.

Manche haben befürchtet, daß solche Abän⸗ derungen Unzufriedenheit bey den Bauern erregen würden. Aber wer das glaubt, kennt den Land⸗ männ wenigstens unsern gutmüthigen Lüne⸗ burger nicht. Gegen Privat⸗Einrichtun⸗ gen und Vergleiche dieser Art sträubt er sich, wenn sie ihm auch vortheilhaft scheinen. Denn er be⸗ sorgt immer die Vorwürfe seiner Nachkommen, die das vielleicht nicht so vortheilhaft finden und es ihm zur Last legen möchten, daß er so etwas eingegangen sey. Sobald die Sache aber höhere Autorität für sich hat, ist er gern zufrieden, wenn er nur den Nutzen einigermaaßen einsieht. Auch beweist dies sowohl, wie viele an dre Umstände, daß der Bauer keineswegs widerspenstiger und zanksüchtiger werde, wenn sein Wohlstand zu⸗ nimmt wie dies manche haben behaupten wollen. Er ist jetzt nach seiner Art sehr wohlha⸗ bend, aber gerabe darum folgsamer und erkennt⸗ licher gegen alle nützliche Anordnungen. Daher darf man auch mit Sicherheit erwarten, daß die allgemeine Gemeinheits⸗Theilungs⸗ Verordnung den größten Beifall beim Landmanue finden werde.