Jahrgang 
2 (1800)
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welche besonders den Rocken, wenn er in der Blüthe steht, oft fast gänzlich verderben.

Eben deshalb befindet sich der Hohnsteiner oft in trauriger Verlegenheit, in Absicht der Be stellung. Säet er seine Winterfrüchte frühzeitig, das heißt, 14 Tage und wol noch früher vor Michaeli aus, so tritt der Rocken oft gerade zu der Zeit in die Blüthe, wann jene Nachtfröste ihm schaden können. Säet er sie spät aus, so verhindern sie Frostwetter und rauhe Herbstluft in ihrem Wachsthum, so daß in diesem Falle, wenn nicht die Frühlings-Witterung recht günstig ist, fast jedesmal eine sparsame Erndte zu fürch ten ist. Eben so verhält es sich in umgekehrtem Falle mit den Sommerfrüchten. Werden sie zu früh bestellt, so hindert die kalte Witterung oft ihr gutes Fortkommen; werden sie zu spät be stellt, so werden sie bey einem früh eintretenden Winter oft nicht reif, oder die Körner bleiben wenigstens unvollkommen.

Bo den.

Daß in einem so gebirgigten Lande, wie die Grafschaft Hohnstein ist, nicht allenthalben einerley Boden angetroffen werden könne, läßt sich schon von selbst vermuthen. Aber zu be