Jahrgang 
2 (1800)
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Bezirke derselben keine einzige Ebene, auch nur von einer Stunde im U, antrifft; da ferner der Harz, sowohl von Norden als von Osten, gleichsam eine Vormauer bildet: so läßt sich schon von selbst vermuthen, daß das Klima mehr rauh als gemäßigt seyn müsse. Doch macht hierinn die Nähe oder Entfernung des Harz waldes von den Oertern schon einen beträchtlichen Unterschied. Die Winter sind hier rauher und kälter als in ebenen Gegenden Deutschlands, die mit uns in gleichem Grade liegen. Besonders nehmen die Nord- und Ostwinde, weil sie über das hohe und kalte Harzgebirge streichen, ehe sie zu uns kommen, einen solchen Grad von Kälte und Rauhigkeit an, daß sie dem Hohn- steiner, ob er gleich mehr, als der Bewohner der Ebene, an Kälte und rauhe Luft gewöhnt ist, im Winter oft sehr empfindlich, im Frühjahr und Herbst oft schrecklich werden. Denn eben diese Winde sind es, welche uns schon oft die schönsten Aussichten zu einer gesegneten Erndte vernichteten und den frohen Muth des Landmanns in Trauer verwandelten, weil sie theils den Boden so aus⸗ trocknen, daß das Wachsthum der Früchte da⸗ durch verhindert wird, theils Nachtfröste bewirken,