Jahrgang 
2 (1799)
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man ihnen an den Orten Klee, an denen man welchen gebauet hat, und es iſt bekannt bey un⸗ ſeren Landleuten, daß ſie, wenn ſie ſelbigen ein paar Tage gefreſſen haben, keine trockene Frucht mehr freſſen wollen. Sonderbar iſt es dabey, daß, ob man ſchon dieſes Futter nicht ſchneidet,⸗ ſondern rauh futtert, dennoch ſeit 6 Jahren kein Pferd davon krank geworden, vielweniger gefal⸗ len ſey. Aber freylich wartet man ſo lange bis

der Klee in voller Bluͤte ſtehet. Dieſem be ſtimmten Futter fuͤget dann jeder Knecht noch etwas ohne nicht wider den Willen

ſeines Herrn hinzu, und kein Schloß und keine Thuͤr ſichert dagegen. Der Lanbmann ſagt ſelbſt ſcherzweiſe, daß der Knecht nicht tauge, der auf dieſe Weiſe ſeinen Herrn nicht beſtehle. Freys lich ein ſehr boͤſer Grundſatz!

Selbſt gezogene Hengſt-Fuͤllen laͤßt man ge⸗ wöhnlich im gten Jahre ſchneiden. Der groͤßte Theil der hieſigen Landleute verkaͤufet dann alle Jahre, oder ein Jahr ums andre eins ſeiner Pferde, ſo daß er dann immer die feſtgeſetzte Zahl behaͤlt. Die Arbeit die von dieſen Pferden verrichtet werden muß, iſt ſchon oben angegeben worden.

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