XXU. Von der Pferdezucht, 231
zu viel abgefordert wird, und also ist es von begreiflichem Schaden, wenn eine zu junge Stute zu einer Zeit so viel aufbringen soll, als der eigene Wachsthum, die eigene Ernäh» rung, und die Unterhaltung ihrer Frucht er- fordert. Das weibliche Geschlecht wird ins dessen auc) bey den Thieren eher als das männliche zur Zeugung fähig, und dahero fann man sie eben mit dem fünften Jahre ihres Alters diesem Geschäfte widmen. I<h nehme das fünfte Jahr, ob ich gleich weiß, daß sie alsdenn, zumalen wenn sie von der guten Rage ist, die lange wächst, und lange lebt, ihren Wachsthum noch nicht gänzlich vollendet hat, aus der Ursache, weil alsdenn die Zahnarbeit vollbracht ist, die ohnehin denen Stuten nicht so schwer, als den Hengsten, anfommt, indem sie nach der Regel die vier so genannten Haken weniger haben. Ob eine Stute fruchtbar oder unfruchtbar sey, das lässet sich zwar vor der Begattung mit keiner allemal zutreffenden Gewißheit bestimmen, Indessen hat man doch angemerkt, daß die von ausnehmend hißigem Temperament, die, welche Haakzähne, und endlich die, welche nur sehr Fleine Geburtsglieder haben, weniger fruchtbar, als andere sind. I< muß jedoch änmerken, daß diese leßtern Zeichen, wenn sie auch jenes nicht andeuten, doch gemeiniglich ausserordentliches Feuer, Muth und Dauer
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