Jahrgang 
2 (1769)
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XXU. Von der Pferdezucht. 229

leibe zu dem möglichsten Grad der Grösse auss zulegen Raum genug gehabt hat; so hat es bes greiflich durch diesen Zustand mehr gewonnen, als wenn sich eine einschränfende Gewalt der ersten Bildung seiner Form entgegen ge« set hätte. Wem diese Erklärung etwa kein Gnüge thut, den kann ich auf Erfahrungen zurück weisen, die überzeugender sind. Das erste Füllen einer Stute ist niemals oder sehr selten so groß, als die folgenden, und gemei- niglich ist es von allen, die künftig von ihr failen, das Fleinste und zarteste, Diese Be«- obachtung wird selten fehl schlagen. Nicht deutlicher aber kann man von dem Einfluß des Raums, worinne sich eine Frucht bildet, auf ihre künftige Grösse vergewissert werden, als wenn man auf die Art, wie die Maul« thiere gezogen werden, Achtung giebt. Man hat Maulthiere, die von einer Pferdestute und einem Eselhengst erzeuget werden, und dies ist die gewöhnliche Art. Jedermann weiß, daß die Grösse dieser Maulthiere bloß von der Grösse der Stuten abhange,-und daß man ein Maulthier, welches nur die Grösse des Eselvaters erhielte, für eine Mißgeburt er- klären würde, Dehnete sich die Frucht nicht nach dem Raum des mütterlichen Leibes aus, und hienge die Grösse nur von dem Vater ab, so würden wenigstens eben so viele Maulthie- re fallen, die nur eines Esels Grösse erhiel-

ten.