Teil eines Werkes 
Siebenter Band (1783)
Entstehung
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536 Eilftes HauptſtyF,

6. 806 Daß ein Ligenthümer in ſeinem Walde doppelter Gefahr nusgeſetzet ſey, wenn auch fo gar ſeine

Bauerty und Unterthanen ein Kecht, Streue darin rechetz zu können, Haben.

So lange:der Eigenthümer nur bloß vor ſein Vieh, die nach ſeiner Meinung nö- thige Streue in dem Walde rechen und ſammeln läſſet, waltet doh wenigſtens die Ver- muthung vor, daß ein vernünfüger Wirth die Sache nicht zu ſehr übertreiben, ſondern, daß Ordnung dabey gehalten, und nur bloß au ſolchen Orten, wo die Kiefer- und Tanu- nennadeln ſich in größeſter Menge gehäufet haben, vorgenommen werden inöge, von ſelbſt bedacht ſeyn werde,

Und unter dieſer Mäßigung könnte das Streurehen, ob es gleich niewahls rat ſam iſt, doc< wenigſtens weniger ſchädlich ſeyn.?? 2

Gehet aber die darunter eingeführte anglückliche Verfaſſung ſo weit, daß auch die Bauern und.Unterthanen ihre“ Streue aus den herrſchaftlichen Wäidert zu hohlen berechtiget ſind, ſo iſt das daraus entſtehende Unheil faſt nicht mehr zu überſehen, noch das Verderben, ſo dadurch, beydes dem Holze und der Hütung, zuwächſet, zu hemmen,

S. 807«+ z7ähere Urſachen, warum das den Unterthanen verſtattete Streurechen vor die Wälder vorzüglich gefährlich und ſchädlich iſt.

Dieſe Leute: beobachten überhaupt in allen ihren Unternehmungen nur ſelten die gehörige Ordnung. Am wenigſten verſpüret man, ſolche von ihnen, wenn ihnen eine Sache Preis gegeben worden iſt, an deren Erhaltung oder Verderben ſie keinen ſelbſtei- genen Antheilhaben, und die ihnen daher ſehr gleichgültig iſt.

Dieſes trifft nun auch beſonders bey dem ihnen frey gelaſſenen Streurechen in den herrſchaftlichen Wäldern ein.

Was fräget wohl ein Bauer darnach, ob der herrſchaftliche Wald zu Grunde gerichtet wird, oder. nicht, wenn er nur diejezige Menge von Streue, die er nöthig zu haben glaubet, erhält?

Auf die Beſchaffenheit des Holzes, ob ſolches noh jung, und in ſeinem beſten Wachethum ſtehet, oder ſein Abſterben bereits dergeſtalt nahe iſt, daß es zu ſeinem fer- nern! Wachsrhum' feiner Nahrungsſäfte weiter nöthig hat, nimmt er nicht die geringſte Rückſicht. Er ſchläget vielmehr ſeine gefährliche Streureche, wie der fürchterliche Tod ſeine Seuſe;-allenthalben an, wo er den meiſten Vorrath von Kiefer- und Tannennadeln

antriffc, und wo ihm deren Abfuhre der Lage nach am nächſten und bequemſten fällt.

Daß ein ſolcher: Wald in-kurzer Zeit völlig zu Grunde gerichtet werden müſſe, fallt-von.ſelbſt in die Augen, zumahl wenn eine Herrſchaft nicht ſtarf genug iſt, ſie hier- unter ii Zaum zu halten, und ibnen vernünftige zu beobachtende Maßrezeln vorzuſchreiben«;

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