Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16.| 533
I< weiß wohl, daß viele, beſonders unter den gemeinen Aergleuten, wo das Stereurecheun zur allgemeinen Mode geworden iſt, den Kiefer- und-Tannennadeln, wegen ihres fetten und harzigen Anfühlens, ſelber eine Düngungskraft zuſchreiben.
; Allein es iſt ſol<es, wie in dem von mir jeßt unter der. Feder habenden beſom dert? Tractac benrerket werden wird, ein offenbarer Jrrtchum, und es würde mit denſel- ben, wenn mar von dieſen Nadeln eine dergleichen Wirkung verſpüren wollte, eine ganz andere Veränderung, als ihr bloßes Unterſtreuen unter das Vieh iſt, vorgenommen werden müſſen.]
] Zu dem gegenwärtigen Fall ſind ſie bloß als ein Vehiculum anzuſehen, wodurch vie Exeremente des Biehes aufgefangen, und dem Acker mitgecheilet werden follen.
Durch das häufige Einſtreuen kann nun zwar, wie ſchon vorhin erwähnet wor« den, wohl die Menge des Miſtes vermehret werden, niemahls aber deſſen Güte, Viel- mehr iſt es der Vernunft ſo wohl, als auch der Erfahrung, gemäß, daß ein bey weniger Einſtreue gemachter Miſt weit beſſere Wirkung chue, und auch von längerer Dauer in dem Lande fey, als derjenige, bey welchem eins häufige Ginſtreue vorhanden geweſen.
Bekommt der Miſt nur ſo viele Einſtreue, daß er vermittelſt. derſelben in die ge« börige Gährung, ohne welche aller Miſt ein todtes Weſen bleibet, geſeßet werden fann, fo: mag ſich ein Wirth daran vollkommen begnügen, und er wird. von einem ſolchen weyie gen Miſt eben ſo viel Nußen, als andere von ihren aufgethürmten Miſtbaufen, verſpüo ren, wenn er nur denſelben auf die Aecker richtig und verhältnißmäßig zu vertheilen weiß.
Aus allen dieſen berührten Wahrheitsſätßen ergiebet ſich ſs viel, daß, wenn ein Wirth, in dem vorhin angenommenen Beyſpiel, ſich auch nur bloß an dem ihm zur Ein- ſtreue übrig bleibenden Stroh begnügte, dabey dennoch, ſo wohl in Anſehung ſeiner Reer, als auch der Wälder und Hütungen, weit beſſer, als bey dem übel erſoninenen Streurechen, fahren würde.
Bekäme er gleich, den Fudern nach, nur halb ſs viel Miſt, als er ſonſt, bey voller Einſtreue auf die Felder zu fahren, im Stande geweſen ſeyn würde, ſo iſt doch die« ſer wenigere Miſt in ſeiner Güte und Wirkung deſto kräftiger, welches ſchon die Ver« nunſt, ohne es weiter erweiſen zu dürfen, von ſelbſt lehrer,
Die ohne alle Vermiſchung einer Einſtreue auf das Feld gebrachte Eyxcremente des Biehes können zwar, weil es wegen gänzlicher Ermangelung der Streue an Gelegen- beit, ſie in die zur Befrüchtung ves Ackers nöthige Gährung zu ſeßen, fehlt, vor feine taugliche Düngung gehalten werden..
Sind aber dieſe Excremente dos Vieheg mit allzu vieler Einſtkreue öder mie einer ſolchen Gattung derſelben, die durch ihre Vermiſchung eine Gährung hervor zu bringen nicht faäßig iſt,(daß ich mich fo ausdrücken darf,) verſeßet, ſo iſt' der Miſt des Viebes, ſo nur wenig eizigeſtreyer worden, in“ Anſehung ſeiner Kraft und Wirkung, weir vorzuziehen,;
Err 3 S. 804»


