Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 53x
Man wird. daher auch.an-der wirklichen Schädlichkeit des Streurechens vermünfoe tiger Weiſe keinen Zweifel tragen können, ſondern ſolches als eine aus den vorbenannten beyden Sägen fließende nothmendige Folge.angeſehen werden müſſen.
Denn wenn ein Baum weder die erforderliche Nahrungsſäfte bekommt, no< auch: unverleßte Gefäße, wodurch ihm die benöchigren Nahrungsſäfte zugeführet werden, hart, ſo fann.er auch nicht gehörig wachſen, und die Abſichten, wozu er erzeuget worden ijt, erfüllen.;
Ein Baum. aber, der nicht.gehörig wachſen Fann, iſt untauglich, und verdienet öfters nicht, daß ihm die Stelle, die er einnimmk,.-gegönnet werde,
Dieſe ſchädliche Folgen beruhen.nicht auf bloße ſpeculativiſche und philoſophiſche Schlüſſe, ſondern ſie werden durch die Erfahrung ſelber beſtätige?, wovon ſich ein Jeder bey Gegeneinanderhaltung ſolcher Wäldex, worin Streu geröchet wird, gegen andere, in welchen ſolches nicht geſchiehet, durch den Augenſchein überzeugen kann.;
, 6, S02. Daß das-Streurechen-auch.der Weide und Zütung in den Wäldern höchſt ſchädlich ſey, und ſolche gänzlich vernichte, wird ebenfalls, ſowohl aus der Vernunft, „als Erfahrung, erwieſen.
Der durch das Streurechen verhinderte Holzwuchs iſt nicht das einzige Uebel, ſo durch dieſe böſe Gewohnheit in den Wäldern angerichtet wird.
Wir haben.oben zu den'Nebenwaldnußungen auch unter andern die Trift und Hük» ung für das Vieh gerechnet, und dabey zugleich angemerket, d-ß dieſe Nebennußung öfters eben ſo nothwendig und unentbehrlich, als die in dem Holze beſtehende Hauptnußung, ſey.
Wer aber ſiehet nicht, daß das Streurehen dieſer unentbehrlichen Nebennußung eben ſo nachtheilig, als dem Holze ſelber, werd??;
Die Vernunft giebet es, daß die zarten Wurzeln des Graſes dadurch eben ſowohl, und faſt noh) mehr, als die Wurzeln des Holzes, beſchädiget und verleßet werden müſſen.
Sind aber dieſe zerſtöret, ſo kann auch wohl in dergleichen Wäldern fein Graswuchs erwartet werden.'
Hat ſich gleich die Grasnarbe, wenn ein ſolcher Wald etwa ein Par Jahre mit dem Streurechen. verſchonet worden, etwas wieder zu erhohlen, und neue Wurzeln zu ſeen angefangen, ſo iſt doch ſolches gemeiniglich nur von ſehr kurzer Dauer, indem ſie, ehe ſie zu Kräften kommen kann, ſchon wieder durch ein neues unglücfſeliges- Streurechen zerſtöret und vernichtet wird.
Auch dieſe Schädlichfeit in dem Gragwuchs iſt kein bloßer ſpeculativiſcher Ge- danke, der aus einer leeren Einbildung berrühret. Die Erfahrung beſtätiget ihn ebenfalls.
Man betrachte nur einen Wald, worin von Zeit zu Zeit Streu gerechet wird, und halte deſſen Zuſtand, in Anſehung des darin befindlichen Graſeg, gegen den Zuſtand eines andern Waldes, in welchem ſolches nicht geſchiehet, fo wird der große Unterſchied unter beyden von ſelbſt in die Augen fallen,
Txx x Wenn


