Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1776)
Entstehung
Seite
56
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56 Drittes Hauptſtü>. AMD

Weil aber die Beurtheilungskraft der gemeinen Leute, die ina;( ſchäfte gebrauchet, ſich nicht allemal ſo weit zu erſtreen pfleget: ſo iſt iI AIR Separations- Commiſſarien, ſelbige hierüber gehörig zu inſtruiren, und ihnen den merk« lichen Unterſcheid zwiſchen einer bewachſenen und geraumen Hütung,'nach den davon aw gefahrten Gründen, recht begreiflich zu machen. Und da dieſer Untetſcheid von Wichtig- keit iſt, dergeſtalt, daß bey deſſen Uebergehung gar leicht ein oder anderer Intereſſente anſehnlich verfürzet werden kann, ſo lieget beſonders den Oekonomie- Commiſſarien, die auf dergleichen Hütungspläßen geſchehene Bonitirung genau zu revidiren, ob. Faid

Sind die zu bonitirende Hütungspläße von ſolcher Beſchaffenheit, daß ſie in ganz geraume und bewachſene eingetheilet werden können, ſo iſt der ſicherſte Weg, daß eine jede von dieſen beyden Arten beſonders bonitiret, dabey aber doch zugleich das Verhältniß der raumen Hütung gegen die bewachſene, nach dem Unterſcheide der vorhin bemeldeten

drey-Klaſſen, bemerket werde, S. 78-

Daß in Fällen, wo die Zütungs/Revieremit dem völligen Eigenthum, und beſonders mit dem darauf befindlichen Zolze, abgetreten werden ſollen, die Abſchäzung der Weide nach ihrem jährlichen Ertrage nöthig ſey.

Kommt es, nach dem 8. 76. erwähnten zweyten Fall, bey der Gemeinheits-Aus- einanderſeßung zugleich) mit auf. die Abtretung des völligen Eigenthums an die Mitchü- tungs- Intereſſenten an, ſo iſt eine bloß nach dem Verhältniß, welches die verſchiedene Hütungs-Reviere ihrer Güte nach unter ſich haben, geſchehene Bonitirung hiezu nicht hinreichend, ſondern es muß.auch bey einer jeden Klaſſe, und vor jede Morge ein beſon- derer baarer jährlicher Abnußungswerth beſtimmet werden.“

Ganz natürlich iſt es, daß die Aufhütungs Intereſſenten die Abtretung des Ei- genthums, beſonders wenn die Hütungspläße mit Holz bewachſen ſind, weil ſie daran fein Recht gehabt haben, nicht umſonſt verlangen können, ſondern dem Eigenthümer da- vor eine billige und verhältnißmäßige Vergütigung wiederfahren müſſe.

Dieſe Vergütigung kann bey den mit Holz bewachſenen Hütungepläßen, nur auf zweyerley Art geſchehen. Die Aufhütungs- Intereſſenten behalten entweder den ihnen an der Hütung zugefallenen Antheil ganz und ohnverkfürzt, und bezahlen dem Eigenthü- mer das darauf befindliche Holz nach ſeinem Werch; oder ſie laſſen ſich den Werth des Holzes von ihren Hütungsgantheilen abziehen, dergeſtalt, daß ſie ſo viel weniger Weide; als das darauf ſtehende Holz werth iſt, bekommen.

Der erſte Fall iſt der leichteſte, und den wenigſten Schwierigkeiten unterworfen, indem dabey nur bloß eine billig- mäßige Taxe des Holzes erfordert wird."Die Umſtände der Intereſſenten ſind aber nicht allemal von der Beſchaffenheit, daß er möglich gemacht, und in Wirklichkeit geſeßet werden kann.|

Entweder kann der Eigenthümer das Ihm zugehörige Holz, weil ſolches bey ſei- nem Gute nicht in Ueberfiuß vorhanden, nicht miſſen, oder die Hütungs- Intereſſenten ſind ſolches zu bezahlen nicht vermögend, haben auch öfters bereits einen genugſamen Vorrath von Holz und-Waldung, dergeſtalt, daß, ſich mit-mehrern zu verſehen, ihren

Umſtänden nicht gemäß iſt. 4. 79