Von Aufhebung der Gemeinheiten, nd in wie weit die 1... 55
Man nimmt auch hier ganz füglich drey verſchiedene-Klaſſen an, da denn zu der erſten die gute, zu der zweyten die mittel, und zu der dritten die ſchlechte Hütung gerech- net wird.
Wie ſich nun eine Klaſſe zu der andern verhalte, ſol<es muß von den Sachver- ſtändigen beſtimmet, und dieſe Beſtimmung von dem Landmeſſer, mit Benennung der Reviere, in das Bonitirungs- Regiſter eingetragen werden.
Um hierunter von einem ganz neuerlichen Fall, den ich mit zu bearbeiten Geke- genheit gehabt, ein Beyſpiel zu geben; ſo fiel die Bonitirung der zu theilenden Hütung dahin aus, daß die mittel Weide gegen die gute, wie eins zu zwey, die ſchlechte aber wie eins zu vier, geſeßet wurde.
Da nun bey der würklichen Eintheilung, um eine durchgehends gleiche einzuthei- lende Maſſa zu: bekommen, die ſämmtliche Hütungs-Reviere auf lauter gute Hütung re- duciret werden muſten, ſo folgte von ſelbſt, daß diejenigen Intereſſenten, welchen die Mittelweide zufiel, anſtatt einer zwey Morgen erhalten, und denen, ſo'ihr Loos auf ſchlechte Weide bekamen, anſtatt einer vier Morgen zugebilliget werden muſten.
I< habe dieſes'hier anzumerken, um ſo weniger unterlaſſen wollen, als man-dax- aus nicht allein die Verfahrunggart bey einer dergleichen Bonitirung, ſondern auch zu- gleich die Anwendung davon kennen lernen kann.
S..078 Daß bey der Bonitirung der Zütnngsplätze auch Hauptſächlich darauf, ob ſie raum öder mit 9013 bewachſen ſind, Rückſicht genommen werden müſſe.
Die Hütungspläße ſind, wie ſchon vorhin beyläufig erinnert worden, ſchr öfters, und faſt gemeiniglich mit Holz, bewachſen.
Die Natur der Sache aber giebet es, vaß wenn auch gleich der Grund ſelber von gleicher Güte ſeyn ſollte, dennoch auf einer ſtark bewachſenen Morge- Hütung weit weni- ger Gras, als auf einer ſ<hwach bewachſenen, oder wohl gar geraumen, befindlich ſeyn Fann. Denn wo das Holz ſtehet, fann kein Gras ſtehen. Auch wird auf ſtark bewach- fenen Hütungen der gröſte Theil des Graſes durch die abfallende Blätter, oder Kiehn- und Tannen- Nadeln, unbrauchbar gemacht.
Ueberhaupt iſt zu merken, daß in allen dicken Wäldern, beſonders unter dem jungen Aufſchlage, der Boden ſey auch au und vor ſich ſo gut wie er wolle, nur ſchlechtes und zum Theil ungeſundes Gras wächſet.
Die alles belebende und zu ſeiner Vollkommenheit bringende Sonne, kann in dergleichen Dickungen auf das darinn ſtehende Gras niemat“ eine recht wirkende Kraft ha- ben, noch die überflüßige Feuchtigfeiten wegnehmen und mäßigen. Aus dieſer Urſache wird man auch gemeiniglich auf dergleichen dick bewachſenen Hürungspläßen eine über- mäßige Menge von Moos, welche von der überfiüßigen Feuchtigfeit, bey dem Mangel der Sonnen- Wärme, erzeuget wird, antreffen.
Ein jeder ſiehet von felbſt, daß bey dieſen in der Natur der Sache gegründeten Umſtänden, die Bonitirung der Hütungspläße nicht bloß nach der innern Güte des Bo- ' dens, ſondern auch vornämlich nach der Maaße, als ſelbige mehr oder weniger bewachſen
ſind, geſchehen muß. Weiß


