Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1776)
Entstehung
Seite
54
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54 Drittes Hauptſiu>.

Bey dieſen Umſtänden iſt es alſo, ſich mit einheimiſchen Sachverſtändi i wenn die Sache nicht durch die Einwilligung der 2 004008 wl ſo e. wmezä feu vorgeſchlagen worden, ausgeglichen werden kann, allemal den Verdacht einer Parthei- lichfeit wider ſich haben, abzugeben, feine Nothwendigfkeit. Auswärtige erfahrne Männer hiezu zu nehmen, iſt daher der ſicherſte und zuverläßigſte Weg.

S. 75- Waxum ſich, zur Bonitirung der Wieſen und Suütungsplätze, alte erfahrne Zirten oder Schäfer, beſonders aber die letzten, an beſten ſchien.

Daß zur Bonitirung der Wieſen und Hütungspläße alte geübte Schäfer und Hirten die meiſte Fähigkeit beſißen, iſt ſchon oben beyläufig angemerfet worden. Bes- ſonders kann man ſich hierunter auf die Beſtimmungen der erſtern um ſo mehr verlaſſen, als ſie nicht allein, weil nicht alle Weiden- und Gragarten vor das Sc<aafvieh gleich ge- ſund und gedeihlich ſind, auf den Unterſcheid derſelben weit genauer, als die Rindvieh- Hirten, Acht geben, ſondern auch gemeiniglich bey den Heuernten mit gebrauchet werden, und dadurch die Beſchaffenheit der guten und ſchlechten Wieſen am vollkommenſten. ken- nen lernen. Mit Einem Worte, ein küchriger und erfahrner Schäfer wird und muß die Beſchaffenheit der Gragarten gehörig verſtehen, und, was für eine Wirkung dieſelbe bey dem Viehe haben, gründlich zu beurtheilen wiſſen.

Die noch wirklich an dem Orte, wo die Gemeinheits- Aufhebung geſchiehet, in Dienſten ſtehenden Hirten und Schäfer hiezu zu nehmen, iſt zwar aus den im nächſt vor- ſtehenden 8. angeführten Urſachen nicht rathſam. Inzwiſchen hut man doch wohl, daß man, in ſofern es möglich zu machen iſt, ſolche Leute dazu wählet, welche ehedem, wo nicht an dem Orte ſelber, doch wenigſtens in der Nachbarſchaft, eine Zeitlang den Schaaf- oder Kuhvieh-Herden vorgeſtanden, und- folglich die zu bonitirende Wieſen oder Hü- rungs-Pläße auch ſchon aus eigener Erfahrung kennen gelernet haben.'

67.76. vie bey Bonitirung der Zütungsplätze, wenn ſolche, ohne Abtretung des völligen Rigett: thums, und darauf ſiehenden Zolzes an die Intereſſenten, nur blos zur alleinigen Abnugung der Weide vertheilet werden ſollen, zu verfahren ſey.

Die Abſchäßung der Hütungspläße kann einen doppelten Endzweck haben. Ent- weder gehet die Abſicht bey der Gemeinheits- Augeinanderſeßung nur bloß dahin, daß die bigher gemeinſchaftlich geweſene Hutung, unter die daran Theil gehabte Intereſſenten ge- theilet, und einem jeden ſein Antheil zur alleinigen Abnußung, jedoch mit Vorbehalt des vem Eigenthümer an den Grund und Boden ſelber zuſtändigen- Eigenthums, zugeſchla- 3en werden ſoll. Oder es iſt die Anlage der Ausgeinanderſeßungen dergeſtalt gemacht, daß man die einem jeden Intereſſenten zufallende Hütungspläße, mit dem völligen Eigenu- hum, und alſo auch beſonders mit dem Holze, womit die meiſte gemeinſchaftliche Hü- eungspläße bewachſen zu ſeyn pflegen, überlaſſen will.;

In dem erſten Fall ſind die auf dem zu theilendon Hütungsplaße befindliche Re- viere, nicht nach der baaren Abnußung, ſondern nur bloß nach dem Verhältniß, ſo fie

in Anſehung der darauf befindlichen“ Weide gegen einander haben, abzuſchägen« an