Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1776)
Entstehung
Seite
53
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Von Aufhebung der Gemeinheiten, und in wie weit die 1c- 53

Die Entſchuldigung der Landmeſſer beſtehet ,- wenn man ſie hierüber zur Rede ſtellet, gemeiniglich darinn, daß die Verbindung dieſer beyden Handlungen deshalb nicht möglich geweſen ſey, weil die zur-Bonitirung ernannte auswärtige Ackerverſtändige bey der ganzen Vermeſſung nicht mit gegenwärtig ſeyn können. Und dieſes hat auch, wenn man nicht den in dem nächſtvorſtehenden 5. bemerkten Weg einſchläget, allerdings feinen Grund.

Dergleichen Aervermeſſungen dauern öfters nach Befund der Umſtände viele Wochen und Monathe, weldye ununterbrochen abzuwarten, und ihre eigene Wirchſchaften darüber zu verſäumen, auswärtigen Ackersleuten nicht zugemuthet werden mag, der vielen Tage- Gelder, ſo ihnen binnen dieſer Zeit gereichet werden müſſen, zu geſchweigen.

Alle dieſe Schwierigkeiten und Hinderniſſe, fallen bey der in Vorſchlag gebrach- ten Verfügung gänzlich hinweg. Da die Dorfſchaft, auf deren Feldmark die Vermeſſung geſchiehet, ſchon ohnehin die zur Kette benöthigte Leute zu ſtellen, ſchuldig iſt, ſo können dazu jederzeit diejenigen Perſonen, auf deren Ackerſtücke die Vermeſſung trifft, genommen werden, und von Seiten der Herrſchaft muß ebenfalls, zu Beobachtung guter Ordnung, ein dazu beſtellter Wirthſchafts- Bedienter beſtändig mit gegenwärtig ſeyn. j

Durch dieſes Mittel werden ſolchemwach nicht allein die doppelten Arbeiten des Landmeſſers, ſondern auch alle, an auswärtige Sachverſtändige zu reichende Tage- Gelder völlig erſparet.]

Mit Einem Worte, die ganze Bonitirung geſchiehet umſonſt, und ohne die ge- ringſte Koſten zu verurſachen. Auch gewinnen die Separations- Commiſſarien, zur Be- arbeitung ſolcher Gemeinheits- Sache viele Tage und Wochen, die ſonſt auf die nach dem gewöhnlichen Schlendrian eingerichtete Bonitirung verwendet werden müſſen.

Ss. 74 Warum zur Zonitirung der Wieſen und Zütungsplätze auswärtige Sachverſtändige zu nehmen rathſamer ſey.

Bey Abſchäßung der Wieſen oder Hütungspfläge fallen die Urſachen, warum bey den Aec>ern von fremden Sachverſtändigen wenig zuverläßiges zu erwarten ſtehet, gänz- lich hinweg.

. Ob auf den Wieſen gutes oder ſchlechtes Gras wächſet, ob ſie tief oder. hoch lie- gen, ob ſie ein- oder zweyſchürig ſind, ob reiche oder nur ſparſame Heuernten davon zu er- warten ſtehen; dieſes ſind lauter Dinge, die offenbar vor Augen liegen, und von ei- nem jeden, der die verſchiedene Gragarten fennet, und, was zur Lage einer guten Wieſe erfordert wird, verſtehet, ohne fernere Anweiſung beurtheilet werden können.

Eine gleiche Bewandniß hat es auch mit den Hütungspläßen- Ob ſelbige reia oder mit Moos bewachſen, ob es Anger- oder Heyde- Hütung, ob ſie hoch oder niedrig liege, ob das darauf befindliche Gras dem Vieh geſund oder ſchädlich, und ob die Weide ſich beſſer vor die Schafe oder das Rindvieh ſchie, alles dieſes ſind ebenfalls Dinge, die jedermann bey einem richtig eingenommenen/lugenſchein zu überſehen, und darnach den wahren Werth der zu heilenden, oder ſonſt augeinander zu ſebßenden Hütungen zu be- ftimmen im Stande iſt,

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