5O Drittes Hauptſtück.
Die innere Güte der Aecker kann nicht beſſer, als durch erfahrne Bauer und Ackev- Wirthſchafter beurtheilet werden. Die Wieſen und Hürungspläße werden am ſicherſten durch geübte Hirten und Schäfer abgeſchäßet. Die Würdigung der in Gemeinſchaft ſte- henden Holz- Reviere aber, iſt ein Werk für erfahrne Forſtverſtändige, welches-von den- ſelben an? zuverläßigſten beurtheilet werden Fann.
Die Separations- Commiſſarien müſſen ſolchemnach vor allen Dingen Männer ausfindig zu machen ſuchen, die zu einem jeden von dieſen verſchiedenen Gegenſtänden die erforderliche Fähigkeit beſigen, und von welchen ſie verſichert ſeyn können, daß ſie durch dieſelben eine genaue Nachricht von der wahren Güte und innern Beſchaffenheit der in Theilung kommenden Grundſtücke erhalten werden,
Inzwiſchen bleibet es allemal eine Pflicht und Schuldigkeit der Oekonomie- Com- miſſarien,- die von dieſen Sachverſtändigen geſchehene Bonitirung zu revidiren, und, in ſo fern ſie es für nöchig finden, zu rectificiren. Beſonders iſt ſolches alsdenn nöthig, wenn von einem oder andern Intereſſenten die vorgenommene Bonitirung angefochten, und als unrichtig oder zweifelhaft verworfen werden will.
5. 69. M Warum die Aecker, ſowohl nach ihrer Süte als auch Düngungs- Zuſtand, bonitiret werden müſſen, und was hierunter bey beiden zum Grunde zu legen ſey.
Die Ae>er müſſen nicht allein nach ihrer innern Güte, ſondern auch nach dem Düngungs- Zuſtande, worinn ſie ſich gegenwärtig befinden, abgeſchäßet und bonitiret werden. Denn ſo wenig ein AFerſtück von ſtarken Boden gegen ein anderes von mittel oder ſchlechten Boden vertauſchet und umgewechſelt werden kann, eben ſo wenig kann auch ein magerer und ſchlecht bedüngter Acfer die Stelle eines fetten und wohlbedüngten erſeßen.
In Anſehung der innern Ackergüte ſind nach dem gewöhnlichen Akergebrauch, weil ſonſt, wenn man hierunter die große Verſchiedenheit der Erdarten mit einer gewiſſen Genauigfeit verfolgen wollte, die Abtheilung derſelben ins Unendliche gehen würde, Drey Claſſen anzunehmen,“ indem man zu der erſten den ſtarken, zu der zweyten den mittel.und zu der dritten den ſchlechten Acker rechnet.
Was unter einem ſtarken, mittel und ſchlechten Boden verſtanden werde, iſt be- reits in dem zweyten Zauptſtü> des erſtein Bandes 6. 108, als worauf wir uns lediglich beziehen, umſtändlich angezeiget worden,
Soviel den Düngungs-Zuſtand- der Aecker anbetrifft, haben wir ebeafalls c. 1. H. 128. die dahin einſchlagende Wahrheiten deutlich auseinänder geſeßet, und deghalb Vier verſchiedene Claſſen in Vorſchlag gebracht.
Da nun keine Urſache vorhanden iſt, von den daſelbſt angenommenen Grundſäz- zen in Gemeinheits- Fällen abzugehen, ſo können wir uns auch hierauf ſchlechterdings beziehen, und alles dagjenige, was in den angeführten Stellen bereits hiervon geſaget worden, anhero wiederholen.:
Bey einer jeden Bonitirung der Aecker, ſind alſo in Anſehung der innern Güte, nachdem ſelbige entweder zum ſtarken, mitteln oder ſc<lechten Boden gehören, Drey ver- ſchiedene Claſſen zum Grunde zu legen, von welchen wiederum eine jede dieſer Claſſen, gachdem ſich der Acker in der erſten, zweyten, dritten, vierten, fünften und ſechſten Tracht,
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