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die Thiere an mephitiſcher Gähruug. litten. IH nahm alſo meine Bouteille mit ungelöſchtem Kalch*), ließ jedem Patienten eine Meſſerſpiße voll, alſo etwa 3= 4 Gran mit lauwarmen„Waſſer geben, und rettete auf die Art alle in einigen Minuten, durfte aber den Gänſehirten immer nur nahe am Hofe hüten laſſen, um ſiets eine ſchnelle Hülfe zu verſchaffen.
Kaum war ich mit dieſem Uebel aufs reitte, ſo fing ein anderes wieder an. Die Gänſe hatten bei näherer Erforſchung in einem Sumpfe ihren Appetit mit Schierling geſtillet. Hiergegen brauchte ich ſüße Milch und Rhabarber, in beliebiger Menge gegeben. Wenn der Rhabarber wirkte, ſo war das Thier jedesmal gerettet.
Aber damit war dieſe Haushalts- Branche. noch nicht gerettet. Die Gänſe fingen an zu verkümmern und ſaßen voller kleiner, langer und zum Theil großer Läuſe. I< ließ alſo jeder Gans vorn und
*) Der Kalch wird warm, wie er aus dem Brennofen kömmt, mithin bzvor er ſich mit Luftſaure geſättigt hat, in eine Bouteille gethan, zugepfropft und gut verſiegelt.“I< kenne"die auffallende Wirkung nur von Stein- Kal<h. Ob Moor- oder Muſchel- Kalch eben ſo fräftig wirke, weiß ich nicht. Da faſt jeder einige Kalchſteine auf ſeinem Felde hat, ſo ka in man
ſich dies Heilmittel ſelbſt bereiten. YA. d, V,
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