Jahrgang 
1815
Seite
396
Einzelbild herunterladen

- 396=

Bäume nun von gutem in ſchlechten Boden, ſo kann der Erfolg der Erwartung nicht entſprechen.

Ferner meint Herr Becker:die Kirſchbäume eignen ſich nicht zur Bepflanzung der Landſtraßen, jrweil beym Pflücken der Früchte"die Aeſte niederx- ußeriſſen werden müſſen.

Obwohl nun die nükliche Bepflanzung unſerer Straßen eben noch keinen erfreulichen Fortgang ges nommen hat, ſo könnte ich doch ſchon einige Beis ſpiele anführen, die Herrn Beer überzeugen müßten, daß große Oekonomen, die nicht leicht etwas umſonſt thun, nicht nur ihre Höfe mit Kirſch- bäumen umgeben, ſondern auch Straßen damit bes pflanzt haben und ihre Rechnung dabei finden.

Es iſt ferner nicht ſchwer, zu beweiſen, daß Kirſchbäume, beſonders.edlere Sorten, ſich bei Städten mehr rentiren, als andere Obſibäume. Daß aber beym Pflücken der Kirſchen die Zweige niedergeriſſen werden müſſen, wie Herr Beer meint, widerlegt ſich ſchon durch den einzigen Ums- ſtand, daß die vierlander Landleute jährlich von eben den Bäumen eine Menge Kirſchen pflücken, die ſchon viele Jahre gepflückt ſind.= Freylich werden auch immer. junge Bäume hinzu gepflanzt= und nicht nur Hamburg, Altona, Bergedorf, Lüneburg, Lauenburg, Boißenburg,- be>, ja ſeit einigen Jahren ſelbſt Grabow mit Kirſchen verſehen, was ſie unterlaſſen müßten, wenn es unerläßlich nothwendig wäre, jährlich beym Pflücken der Kirſchen die Zweige abzubrechen:

Daß das Pflücken der Kirſchen koſtbarer iſt, als wenn an ihrer Stelle andere Obſtbäume da ſtänden, welche ſich ſchütteln ließen, beweiſet, meine ich, nichts gegen ihren Werth, ſo lange ſie durch häu- figes Tragen, welches einigen von mir vorgeſchlä- genen Arten eigen iſt, den Preis des Pflückens noch reichlich mit bezahlen.= Gepflückte Aepfel und Birnen werden bekanntlich darum, weil ſie ſich lan«