Jahrgang 
1815
Seite
296
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jegliche Kornart zu der gewöhnlichen Zeit; wo.es ſonſt reif werden muß, ſich dazu anſchickt; ſey es auch, daß dieſe Zeit durch die Witterung um ein Paar Wochen verzögert wird, Der Rocken bekam dieſe8 Jahr ſchon frühe Aehren, und hatte ſchon ziemlich zugeſeßet, als die Regenperiode eintrak. Nicht ſo der Weißen, er trieb noch immerwährend im Stroh/,-er ſeßte große Aehren an, allein als die Zeit ſeiner Reife herannahete, da mußte, er ſich beym Reifwerden übereilen, die Körner aber blieben tanb und ſchrumpften zuſammen, wie dieſes auch bey dem andern Extreme, nämlich einer zu anhal- tenden Dürre, der nämliche Fall iſt. Die Witte- rung iſt in dieſem Jahrhunderte dem Uckerbau nur ſelten günſtig. geweſen, die Jahre 1811 und 1814 waren durchgängig faſt Miſiwachsjahre, und dieſes lag gewiß nicht an der zu frühen Unterackerung des Miſtes, ſondern an der Witterung.

Wenn auch gleich ſeit 1800, noch ſo vieler Acker urbar gemacht worden iſt, ſo kann. doch gleichwohl weniger Korn gebauet ſeyn wie vorher, denn es fehlte faſt allenthalben au Dung, Der urbar ge machte Aker war oft ſchlechter Holzgrund, welcher noch dazu mager einige Saaten abtragen mußte, und. wollte man die zu große Ackerfläche ganz dün- gen, ſo wurde der Miſt ſo dünne geſtreuet) daß er dem Acker eben nicht ſehr fühlbar werden konnte-