Jahrgang 
1815
Seite
280
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Temperatur- Abwechslung anf die grade im Schof- ſen befindliche„äußerſt zarten Saamengefäße des Gewächſes, ſo“ haben wir Brand.„Allemal findet man grade die zarteſten Theile der Pflanze, nemlich die eigentlichen Befruchtungswerkzeuge=- Blumen- Erone(corolla) die Staubfäden, und Staubwege angegriffen. Hier zeigt ſich. ein Abſierben und ein ſchwarzer Staub, welcher. theils aus abgeſtorbenen Saftröhren, theils aus verdorbenem Mehl und Be- fruchtungsfiaube beſiehet. Auch. die dieſer Theorie Ergebenen ſehen dahin, daß ſie ein völlig ausge- wachſenes durch Schweutmung gereinigtes geſun- des Saamenkorn zur Ausſaat wählen,*)

x) Die Lehre von der Entſtehung des Brandes iſt noch bey weiten nicht erſchöpft, ob wir gleich geſtehen müſſen, daß unſre Naturforſcher der wahren Quelle ſvn etwas näher gerüä&t ſind. Die Entſtehung des Brandes liegt nicht in einer einzigen Urſache allein. Schon der Boden kann die Anlage dazu in ſich haben, oder das Saamfkorn ſelbſt 3 am. öfterſten wohl: widrige Witte» rung, und oft würken alle dieſe Urſachen zugleich. Inſekten werden nur in ſo fern das Uebel vermehrten, wenn die Pflanze ſich würklich ſchon im kranken Zuſtande befindet. Eine andre Bewandniß mag es vielleicht mit dem Roſt haben, mit dem wir einige Jahre hindurch ſo ſehr geplagt ſind. Es wäre gut, wenn Oekonomen und Naturforſcher hierüber ihre Beobachtungen ſam-

meln und mittheilen wollten, um den Bearbeitern der

Göttingſchen Preisfrage vorzugarbeiten, A+ ds R.