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Aus dieſer. Unterſuchung des Gerſtenmehls ergiebt es ſich, daß daſſelbe eine ähnliche Miſchung habe, wie das Roggenmehl. Der Unterſchied, welcher zwiſchen beyden
Statt findet, beziehet ſich nur beſonders auf das quanti- tative Verhältniß der Beſtandtheile. Im Roggenmehle|
befindet ſich eine größere Menge Schleim, wie im Ger: ſtenmehle. Dieſem Umſtande ſchreibe ich es zu, daß das aus leßterm geba>ene Brod weit eher troc>en wird, wie das Roggenbrod. Der Schleim läßt durch Aus- trocknen die Fouchtigkeit ſchwer fahren, und hält ſie von allen Beſtandtheilen des Mehls am ſtärkſten zurück; dieſe Wirkung wird..er im Roggenbrode in ſtärkerm Maaße hervorbringen, da er in größerer Menge darin gegenwärtig iſt.
'Obgleich ich nicht allen Kleber aus dem Gerſten» mehl habe abſcheiden und deſſen Quantität genau auss mitteln können, ſo getraue ich mir doch zu behaupten, daß derſelbe in geringerem Verhältniß darin vorhanden iſt, wie im Roggenmehle, und daß dieſes daher=
wenn wir doch einmal nach der" Menge der thieriſch-,
vegetabiliſchen Subſtanz unſere Tabellen über die Nahr- haftigkeit der Vegetabilien machen wollen== nahrhafter fey, wie jenes.= Der. Kleber des Gerſtenmehls un- terſcheidet ſich)übrigens' von dem des Roggenmehls, durch ſeine geringere Dehnbarkeit und Auflöslichkeit in Alco»? hol. Man kann jenen kaum in.eine bro>liche Maſſe zu- ſammenballen, während dieſer doch beym Kneten einige Dehnbarkeit erhält. 2


