Jahrgang 
2 (1806)
Einzelbild herunterladen

; 483

An ſüßer Materie iſt das Gerſtenmehl' reicher wie das Roggenmehl. Hierauf mag vorzüglich der Vorzug der Gerſte bey der Bierbrauerey beſtehen; ſo. wie darin eben» falls die Urſache liegt, weswegen die Gerſte ſchneller in Gährung tritt, wie der Roggen. ZJ< mußte alle Vor- ſicht anwenden, mein Gerſten- Infuſum vor der Gäh- rung zu ſichern; in einer Wärme von xt0* R. war ſo. wohl dieſes, wie das mit Waſſer angerührte Gerſtenmehl am zweiten Tage in voller Gährung 3 das Roggenmehl und das daraus bereitete Infuſum konnte mehrere Tage in derſelben Temperatur ſtehen, ohne daß eine Gährung bemerkbar wurde.

" Bey, den Beſtandtheilen der unreifen Gerſtenkörner fanden einige bemerkbare Unterſchiede, in Beziehung auf die Beſtandtheile der veifen Körner, Statt, Der Kleber von jenen war durch die Vegetation noch nicht ſo fehr ver» dichtet, und daher zäher und auflöslicher. Schleim war in deri unreifen Körnern gar nicht vorhanden, und ſtatt deſſen fand ſich Extractivſtoff. Der ſüße Beſtandtheil war weniger ſüß, wie bei den reifen Körnern. Hiedurch widerlegt ſich die Meynung, daß die unreifen Getreide» arten mehr zuckrige Theile haben ſollen, wie die reifen.

Die Stärke,der unreifen.Körner-ſchien noch nicht völlig ausgebildet zu ſeyn. Obgleich ihr der weſentliche Charac- ter der Stärke Unauflöslichicit in kaltem und Auflöslichkeit in heißem Waſſer, nicht mangelte, ſo-waven doch die äu- ßern Merkmale, welche das Stärkemehl characteriſiren; nicht alle gegenwärtig. Es hatte kein Fryſtalliniſches An-