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um Mittheilung deſſen, was in dem dieſ- ſeitigen Adminiſtrations- Bezirk bislang zur Beförderung der Obſtbaumzucht ge- ſchehen, ſei, daß ſeit der Königl. Hannoverſchen Verwal- tung der hieſigen Provinz mehrere Jahre hin- durch die Zahl von jährlich) einigen"hundert Obſtbäumen aus der Plantage zu Herrenhau- ſen. an ſolc<e unbemittelte Einwohner des plat- ten Landes, bei denen eine ſorgſame Pflege dex Bäume vorauszuſeben geweſen, unent- geltlich vertheilt, daß jedoc< ſeit dem Jahre 1829 wegen des hohen Betrages der von Hannover na<h Ofifriesland euwachſenden Trans- portkoſten eine ſol<e Vertheilung nicht ferner erfolgt, und zur Erwägung gekommen iſt, anſtatt deſſen für die Anlegung von Baum- ſchulen auf dem Lande, und für; die von Landleuten gemachten>zwe>mäßigen Anpflan- zungen von Obſibäumen Geldprämien. auszu- theilen.
Wenn ſonſiige allgemeine Verwaltungsmaß- nahmen zur Verbreitung des in Rede ſtehen- den Zweiges“der landwirthſc<haftlichen Cultur in„neurer. Zeit allhier nicht getroffen worden, ſo- hat 1 hiebei weſentlich der, Umſtand. berü>- ſichtigt werden müſſen; daß Oſifriesland theils wegen der Hinderniſſe, welche mancher Orten aus. dem Boden entſpringen, theils- wegen des in den Kloigegenden faſt gänzlich mangeln- den Schußes, zur- Obſtbaumzucht weniger als andere Gegenden des Königreichs geeignet iſt, obwohl dieſelbe in; den leßten Jahren ſich ge- gen frühere Zeiten merklich«gehoben hat.
Aurich, den 19. Marz 1832.
Koniglic<e Großbritanniſch= Hannoverſche Landdroſtei, ODehlric.?
Die in N-. 102. des: Hannoverſchen. Ma- gazins pag. 813 gemachte Schilderung des Zuſtandes der Obſibaumzucht in Oſtfriesland: „„auf. eine unglaubliche Weiſe iſt der Anbau der Obſtbäume in Oſifriesland vernachläſſigt;
außer bei den. Rittergütern zu Gödens, Even» burg und Hinte möchten ſich wohl in dex ganzen Provinz keine alte Obſtbäume in eini- ger Anzahl beiſammen finden," giebt eben kein ſehr erfreuliches Bild und beſtätiget die Mit- theilungen der Königl. Landdroſtei, iſt aber bei der Umſichtigkeit und wirklichen Fürſorge der Königl. Preußiſchen Regierung, welche be- kanntlich dieſe Provinz früher in Beſiß hatte, um ſo auffallender... Wahrſcheinlich hat man die Hinderniſſe, welche Boden und zu freie Lage mit ſich führen und der Beförderung der Obſtcultur in dieſer Provinz hindernd entge- gen treten, früherhin zu ho< angeſchlagen; und ſich dadurch abſchre&en laſſen. Um ſo mehr wird es aber“ der dortigen Königl. Landdroſtei zum bleibenden Werdienſte angerechnet werden müſſen, wenn ſie ſich dieſes ſo ſehr'wohlthä- tigen Zweiges der Landescultur mit allen ihr zu. Gebote ſtehenden Mitteln annimmt und dadurc< Segen über eine ganze Provinz, ver- breitet. Ein großes. Verdienſt hat ſich der Herr Bürgemeiſter Bodungen zu Münden um Beförderung der Obſtbaumzu<t vor der ge- dachten Stadt erworben. Dieſer einſimtsvolle und thätige Mann ließ vor einigen Jahren eine wüſte Bergfläche mit vielen Koſten“ ebnen und"mit Obſtbäumen bepflanzen, und'ſekte ſich dadurch ein Denkmal, auf welches-Mün- dens Bewohner no<h nach ſpäten Jahren dank- bar blien werden. Rühmlicd) zeichnete ſich auch die Gemeinde Ellierode unweit Hardeg- ſen in dieſer» Hinſicht aus 3 dieſelbe unterhält auf Veranlaſſung des Königl. Amtes Morin- gen- Hardegſen'ni<ht nur eine wohl eingerich» tete Baumſchule, ſondern hat auch bedeutende Obſtpflanzungen unmittelbar vor dem Dorfe gemacht ,- welche für die Folge vielen Nußen bringen werden.
Daß: von den höhern und zum„Theil auch von den niedern adminiſtrativen Königl. Be- hörden, ſo wie von acytungswerthen Privat- perſonen für Beförderung der wohlthätigen Obſtbaumzucht in allen Theilen unſers Landes


