Jahrgang 
1833
Seite
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ſehr viel geſchehen iſt und no< fortwäh- rend geſchieht, erkennt Referent=- und mit ihm gewiß viele Obſtbaumfreunde=- dankbar an, glaubt aber dabei, daß, ſo lange nicht jede Stadt, wenigſtens jedes. Dorf ſeine Baumſchule hat, aus welcher die Privatgär- ten, die vielen faſt unbenußt liegenden An- ger, Triften und ſonſtige Gemeinheiten bepflanzt werden, noc: nicht genug geſchehen iſt.-= Das Ziel iſt zwar ho< geſtellt, je- doch nicht ſo ho<, daß es niht erreicht wer- den könnte. Es iſt nicht zu leugnen, daß die Sache bei der faſt allgemeinen Indolenz der Bauern ihre großen Schwierigkeiten hat, aber mehr Schwierigkeiten, als ic< in dieſer Sache hier gefunden, kann Niemand finden z und doh kann ich mit wahrer Freude ſagen: faſt bin im am Ziele; no<h einige Jahre-- und alle ſich für Anpflanzung eignende Ge- meinheiten, welche vor dem hieſigen Orte nicht unbedeutend ſind=- werden aus der Orts- Baumſchule mit Obſtbäumen beſeßt ſein. Muth, Klugheit und Beharrlichkeit führen in den meiſten Fällen zum Ziele.-Und muß ich meinen Herren Amtsbrüdern die Sache dringend ans Herz legen, denn Niemand kann in dieſer Hinſiht mehr wirken als der Land-

Soningen, den 1. Februar 1833.

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prediger. Er kennt vermöge des engern Krei- ſes den Geiſt und Sinn ſeiner Bauern am beſten, weiß ihn vermöge der Autorität, welche er bei ihnen hat, am ſicherſten zu lei- ten. Niemand iſt aber auc< mehr verpflich- tet mit der Sorge für das geiſtige Wohl ſei- ner Gemeinde die für ihren Wohlſtand damit zu verbinden, als gerade er. I< betrachte den Landprediger immer als Vater ſeiner Ge- meinde, welcher nicht nur um Bildung des Berſtandes, Veredlung des Herzens bemüht iſt, ſondern auch herzlichen Antheil an ihrem irdiſchen Wohl und Wehe nimmt, ihren Wohl- ſtand ſo viel er vermag zu heben ſucht, ſie nicht nur zufriedner und glücklicher zu machen, ſondern auc? dadur< die mancherlei Hinder- niſſe zum Beſſerwerden, welc<e durc Mangel und Armuth herbeigeführt werden, aus dem Wege zu räumen, was mit der eigentlichen Wirkſamkeit des Seelſorgers in ſo enger Wer- bindung ſteht. Und ſollte Beförderung der Obſtbaumzucht nicht unendlich viel zum Wohl- ſtande einer Gemeinde beitragen? an Beiſpie- len der Art fehlt es wahrlich niht; wir ſin- den ſie zum Theil in unſerm eignen Lande, beſonders aber in unſerm Nachbarſtaate Kur- heſſen, in Thüringen und Sachſen.

EC. P ra< t, Paſtor.