14 Dreyßigjährige Beobachtungen
Aber ſonderbar iſt, daß unter dieſen verflößinen dreyſ- ſig Jahren jedes zwölfte, ſehr feucht, zu ungelegener Zeit, und dadurch ungünſtiger geweſen iſt, Nemlich 4753, da im Auguſt der meiſte Theil des Roc>ens geſchöoßt war, und ſo vieler und langwieriger Regen einfiel, daß aller No- efen auswuchs, die meiſten Wieſen, und viel niedrige Ae- ker, wurden unter Waſſer geſeßt. Zwölf Jahr darnach, x 765, fiel der Regen im Julius in die Heuärndte, und verderbte viel gehauenes und ungehauenes Gras und Heu, Wieder nach zwölf Jahren, 1777, ereignete ſich eben das. Wahr iſt, daß mehr Jahre regnicht geweſen ſind, und ein großer Theil, als 1755, noch mehr Regen gehabt hat, äber dieſe Regen ſind hier nicht zu ſo unbequemer Zeit gekömmen«
- Die Landleute haben die Säge, nach ſieben näſſen Jahren folgen ſieben trockne, vermuthlich weil ſie von ſieben Jahren der Theurung in Aegypten aus der Bibel gehört ha- ben, aber in dieſen dreyßig Jahren findet ſich feine Veran- laſſung dazuv Genugſam hat man bemerkt, daß drey bis vier naſſe Jahre nach einander folgen können, als 1753), 54; 557 56, auch ſo tro>ne Jahre, 1748, 49, 59) 57» aber nie mit einiger Sicherheit, manchmal hat ein Jahr ums andre abgewechſelt, oft ſind zwey bis drey Jahr nach einatidet meiſt von einerley Beſchaffenheit geweſein«
- Mißwachsjahre nenne ich, wo man nicht viel mehr wieder bekömmt, als die Ausſaat. Dergleichen finden ſich in dieſen dreyßig Jahren nicht mehr, als die beyden; 1748, + 749, ſowohl für Herbſtſaat, als für Frühlingsſaat; Die Urſache war ſtarke Trockne und ungewöhnliche Hiße, denn vom May 1748 bis Michaelis bekam die Erde keine Feuch- tigkeit, ſondern Rocken und Weizen, der zu kechter Zeit ges ſäet wurde, lagen ſechs Wochen in der Erde, ehe ſich etwas vom aufgehen zeigte: So war es kein Wunder, daß ſich 1749 gänzlicher Mißwachs fand, nicht wegen der Witterung dieſes Jahres, ſondern wegen der Trockne des vorhergehen-
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