Jahrgang 
Abhandlungen ... auf das Jahr 1779
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beym Ackerbau. 5

Zur Ausſaat hat man beſtändig neuen Rocken ge- braucht, nur 1749 im Herbſte fand ſich keinec. Die leß- ten zehn Jahre von 1767 bis 1777, habe ich den Rocken mit Faltem Rauche in der Badſtube räuchern laſſen/ und etwas trocknen einen Tag oder mehr, nachdem ich ihn feucht gefunden habe; denn, wird er ſehr feucht geſäet, und kömmt ſogleich viel Näſſe dazu, ſo verfault ein Theil Körner auf dem Aer, die zu ſtark aufſchwellen, und manche ſchieben da die Schuld unrecht auf Würmer. Dagegen habe ich die leßten zehn Jahre nur alten Weizen gebraucht, der zwar iſt gekalugt worden, do) nur eine Nacht über, da- durch bin ich allezeit von ruſigtem Getreide(Sot) frey ge- weſen.

ß. 3. Die Beobachtungen ſelbſt will ich in zween ab- geſonderten Theilen beybringen z; der erſte betrift Herbſtſaat, Rocken und Weißen, der andre Frühlingsſaat, worunter hier nur große Gerſte(Grofkorn) verſranden wird, die hier die allergemeinſte iſt. Zweyreihigte Gerſte, Horden di- ſtichon(Gumrif oder Flätingsforn) und Schaalloſe Gerſte (Skallöſt) die auch Himmelsgerſte genannt wird, iſt bey Wenigen im Brauche, obgleich dieſe Gerſtenarten oft beſſer lohnen, als die große Gerſte, und in Maaß und Troge mehr geben, aber das Stroh iſt ſ<wächer, und den Pfer- den weniger angenehm, das hindert den Gebrauch bey den Bauern, die hier kein ander Vieh haben als Pferde. Jeo- der Theil hat 6 Columnen, 1. Die Jahrzahl. 2. Bey der Herbſtſaat die Aerndtezeit, weil die Aerndte vor der Saat vorhergeht, wenn man neuen Rocken zur Rusſaat braucht. Die Zeit von Aerndte und Ausſaat des Weizens iſt nicht angeſeßt, weil man'weiß, daß er ſpäter geärndret und geſäet wird, als Rocken, ob man ihn gleich, wenn man will, zu einer Zeit mit dem Rocken ſäen kann, wie ich mit altem Weizen allemal thun laſſe. Bey Frühlingsſaat zeigt die zweite Columne die Saatzeit, weil man Gerſte ſog!2th im Frühjahr fäet, ſobald ſich die Erde geöfnet har, wobey

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