Jahrgang 
Abhandlungen ... auf das Jahr 1746
Seite
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der Kön. Akad. der W, 255

hen haben, daß ſich andere paaren, oder auch nur, wenn . man ſie auf dem Rücken geſtreichelt hat.'

II.

Es wird noch keine Art bekannt ſeyn, Sauerteig zum Backen, Brauen, oder Brennen, vom Anfange zuzurich- ten. Nach aller Wahrſcheinlichfeit müſſen auch die Wein- hefen, vom Anfange alle den Sauerteig gegeben haben, der ißo in dieſer Abſicht gebrauche wird, Jndeß iſt es für ei» nen Hauswirth ein großer Voriheil, eine Art zu wiſſen, wodurch man eine ſo unumgängliche Sache nach Gefallen vermehren Fann, wenn man nur etwas zum Anfange hat, Herr Sisrteen har dieſerwegen nachgeſonnen, ob nicht ſol- <ergeſtalt Sauerteig zum Brannteweinanſeßen zu erhalten wäre, und eine Art gefunden, die ſo leicht zu bewertſtelli- gen, als vortheilhaft im Gebrauche iſt, Nachdem er das Anſeßen des Brannteweins auf die gewöhnliche Art verrich- tet hatte, ließ er es ſtehen, bis es klax zu werden anfieng, und oben ſich etwas abſonderte 3 dieſes vberſte und flare that ex in ein beſonderes Gefäße und Sauerteig dazu, da es mittelmäßig warm war, denn je kälter es iſt, deſtoweniger Sauerteig giebt es, darauf ward das Gefäße verhüllet und zugedeet, die Wärme darinnen zu behalten, bis als wenn man brennen wollte, worein vorerwähntes, kleines Gebräude alsdenn gegoſſen wird. Dieſe kleine Mühe ward ihm ſtart einer Kanne Sauerterteig die er dazu gebraucht hatte, mit ſieben belohnet.

Bey Betrachtung dieſes Verfüches hielte man in der Akademie dafür, dieſer Sauerteig würde noch fruchtbarer und häufiger ſeyn, und zum Backen, Brennen und Brauen eben ſo gut taugen, wenn man das oberſte und klare des Geſeßten, beym Abnehmen mit einer Hand voll Mehl very» mengte, und mit einem Querl wohl umrührte, Den An» laß hiezu gab eine Art Sauerteig zu machen, deren man ſich mit ſonderbarem Vortheile.bediente, Aus einer Viertheils:

oder