332 Außzug aus dem Tageregiſter
wegen, ſo'viel ſich thun läßt, auf die alte Wirthſchaft eines Landes zu ſehen iſt, und vornehmlich auf vielerley Umſtän- de, die entweder einer ganzen Landesgegend gemein ſind, als die Jahreszeit, der Landſtrich u. d. gl. oder auch einem Stü- >e Feld eigenthümlich gehören, als die Lage deſſelben, das Erdreich u. d. gl. Daher hat der AFerbau in dieſem Falle, wie die Arztneyfunſt nur wenig allgemeine Regeln: er fodert aber bey jedem beſondern Vornehmen gehörige Aufmerkſamkeit,
Alſo hat ſich die Akademie dieſer Gelegenheit bedienen wollen, ihre Freunde, Mitglieder und Correſpondenten in den verſchiedenen Gegenden des Landes zu erſuchen, daß ſie ſolche Nachrichten ſammlen mögen, wozu in Herrn Fagy- ots im Jahre 1739 in den Abhandlungen mitgetheiltem Au'ſaße: Dom Ackerbau, und wie die Akademie deſſelben Aufnehmen befördern könne, Anleitung be- finvlich iſt, damit die Akademie, nach einer ſolchergeſtalt genau eingezogenen Kenntniß von jeden Ortes Beſchaffen- heit und gewöhnlicher Abwartung in Stand geſeßet wird, ihren Landsleuten mit reiferm. Unterrichte, in dieſen und an? dern nüßlichen Stücken zu dienen.
II
Ihro-Ercell. Herr Reichsrath Baron Ehrenpreuts, haben der Akademie ein Ey gewieſen, das von einem grauen Papagey zum erſtenmale war geleget worden, nachdem er hier im Lande 27 Jahre im Bauer eingeſchloſſen geſeſſen hatte. Man hatte den Vogel zuvor beſtändig für einen Hahn gehalten, und vor dieſem Zufalle hatte ſich nichts beſonders ereignet, welches ſeine'Natur hätte entde>en kön- nen, außer daß er ein halbes Jahr zuvor, drey Wochen lang, einen andern Papagey bey ſich gehabt hatte, voch wa- ren ſie einander nicht ſo nahe gekommen, daß ſie ſich gepaart hätten, ſondern bloß Eyer zu legen, denn dazu brauchen ſich die Vögel nicht allezeit zu paaren. Die Einbildungskraft wirfet auch bey dieſen Thieren ſo ſtark, daß man Vögel in Bauern gehabt hat, die Eyer geleget haben,. wenn ſie um
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