Jahrgang 
Abhandlungen ... auf das Jahr 1746
Seite
334
Einzelbild herunterladen

/

334 Auszug aus dem Tageregiſter

oder Achttheilstonne gemahlenen Malzes brauet man Bier auf die gewöhnliche Art;- Nachdem es zu gähren anfängt, rühret man darein eine Achttheiltonne Gerſten- oder Rocken» mehl, und wenn dieſes wohl zuſammengegohren hat, wird daraus lauter Sauerteig.;'

. IV?: Des Herrn Probſt Weſtbecks ſinnreiches Nachden-

fen hat ihm eine Materie entdeckt, welche Kellergewölbe dar»|

aus zu bauen dienet, von der man ſich ſonſt nicht leicht vor- ſtellen ſollte, daß ſie zu dieſem Gebrauche dienen könnte, ſo gemein ſie auch iſt. Da Schmiedekohlen nicht faulen, oder

Näſſe ſo leicht in ſich nehmen, und dabey nicht ſchwer ſind,|

ſo hat er geglaubet, dieſes gäbe ihnen einen gonugſamen Vor» . zug vor Holz und Stein, das man ſonſt zu Bede&ungen der Keller zu brauchen pfleget. Es kömmt nur darauf an, ob ſie in Abſicht auf ihre geringere Härte auch vermögend

ſind, dem Drucke, den die Geſtalt des Gewölbes verurſache,| zu widerſtehen. Der Herr Probſt hat verwichenes Jahr

im Auguſt einen Verſuch mit einem Kellergebäude von 9 Ellen lang, 5zElle breit und 33 Ellen hoch, zwiſchen den Mauern, gewaget- Er ließ dazu Kohlen aufſuchen, die meiſt X Elle lang waren, und legte ſie eben wie Ziegel in . Hartes Erdreich in die aufgeworfene Grube, worauf er an beyden Seiten des Kellers eine Widerlage 3 Ellen hoch ge» rade aufmauerte, hernach die Gewölbbögen von Ziegeln machte, worauf das Mauerwerk von Kohlen fortgeſeket ward, bis das ganze Gewölbe fertig war, da zu oberſt auf ſeinem Rücken Keile von Kohlen, mit hölzernen Schlägeln eingetrieben wurden, Die Mauerſpeiſe ſelbſt beſtund aus kleingehackten und geſtoßenen Kohlen, die mit den Füßen in naſſen Thon eingetreten wurden, damit weder Sand noch Kalk, als Steinarten, in dieſem Gebäude zu ſinden wären, die den Verſuch zweifelhaft machen könnten. Währenden Baues fieng es an,an halbellichten Kohlen zu mangeln-daß man

hier und dar kurze, manchmal nicht über 3 Viertel Elle lange eins