Jahrgang 
Abhandlungen ... auf das Jahr 1759
Seite
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12 Geſchichte von den Arten der Potaſche,

dung des Ofens offen bleibt, damit die Aſche, welche bey dieſer Pflanze ſehr leicht iſt, nicht vom Winde verwehet wird. Nach dem Maaße, wie das Kraut niederbrennet, daß im Ofen Plaß wird, wirfe man mehr trocknes Kraut Hinein, bis im Ofen ſo viel Aſche iſt ,. als darinnen Plaß haben kann; man muß ſie nach dem Niederbrennen wohl umwenden, damit die kleinen glühenden Kohlen, die aus dem Kraute werden, ſo gut als möglich iſt, in Aſche zer- fallen. Wenn alles nun wohl ausgebrannt iſt, bekömmt man eine ganz weißlichte lichtgraue Aſche, an welcher das Meiſte weiß iſt, wie bey Loderaſche, mit einigen ſchwarzen kleinen Kohlen darunter. Dieſe Aſche giebt allemal mehr als den fünften Theil ihres Gewichts Laugenſalz. Aus der Farrenkrautaſche, die man auf die erwähnte Art gebrannt Hat, und Kalke, machet man eine Lauge, mit der man aus gutem Dele oder Talgs, auf die gewöhnliche Art die feinſte Seife ſieden kann. Daß man Tuche mit Kugeln, die aus dem ſchwarzen. Farrenkräute gemacht werden, weiß waſchen ſollte, iſt eine Sache, die nicht ſehr glaublich ſcheint.

GS. 3 Won N. 4. und 1. machet man auch Lauge mit einem Zuſaße von Kalk, zu den feinen Arten Seife.

9. 4. Die beſte Seife, wel<he den Namen Venedi- ſcher führet, kömmt aus Frankreich, in Deutſchland nen» net man ſie ſpaniſche. Die gute wird mit cendre gravel- Jee N. 5. aber die nachgemachte mit Sode N. xo. verferti- get. Wenn man dieſe leßtere im Waſſer ſiedet, ſo wird ſie von der kupfernen Pfanne ſchwarz, und verurſacht, daß die Seide, oder. Waare, die man damit abſiedec, dunkel wird. Das Laugenſalz dieſer Seife unterſcheidet man von dem Laugenſalze der vorigen, wie oben zwiſchen N. 9. und x0. von der Art, die Laugenſalze aus dem Pflanzenreiche und Mineralreiche zu unterſcheiden geſagt worden iſt. Das Berlinerblau(ſ. unten ß. 23.) zeiget ſich auch ſogleich von Sode in einer Seife, die im Waſſer in einem eiſernen Ge« fäße aufgelöſet iſt, ſobald die Säure. vom Scheidewaſſer wirket, aber von einer Seifenlauge, deren Laugenſalz aus

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