Jahrgang 
Abhandlungen ... auf das Jahr 1757
Seite
310
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310 Anmerkungen über die Unterſuchung

dern auch, daß 72 Theile Platina mit Eiſen vermengt, nicht' mehr Raum einnehmen, als 71 Theile reines Eiſen. Es ſcheint gleichwol, als könnte dieſes Grund haben, ob- gleich das Platina nicht die Haupturſache iſt; denn ich ha- be über hundertmal gefunden, daß die Verſuche ihr Ge- wicht nach eben dem Maaße- vermehren, nachdem ſie das Brennbare verlieren, und gegentheils ihr Gewicht nach dem Maaße vermindern, nach dem ſie Brennbares mit ſich vereinigen. Nun hat Herr Lewis dieſe Eiſenvermi- ſchungen ohne Zuſaß und ohne Verluſt'am Gewichte ge- ſchmolzen, daraus folget, daß viel von des Eiſens brenn- lichem Weſen fortgegangen iſt, welches nothwendig allemal geſchieht, wenn das Eiſen ohne zugeſeßtes Brennbare ins Feuer kömmt, und daß eben ſo viel von ſeiner metalliſchen Erde verglaſet iſt, da das rückſtändige metalliſche init dem Platina zuſammengeſchmelzte Eiſen ſein Gewicht vermeh- ret hat 7 indem es einen Theil von ſeinem brennlichen We- ſen. verloren hat. Auf dieſe Art hat ein gleiches Gewicht Eiſen bey dem Platina in kleinerem Raume zurück bleiben können, als vor dem Schmelzen, weil ein Eiſen, das von allen ſeinen verbrennlichen Theilen calciniret wird, über ein Drittheil von ſeinem vorigen Gewichte ſchwerer wird, wel- ches wieder vergeht, nachdem man mehr oder, weniger brennliches Weſen damit vereiniget. Das Eiſen hat eine beſondere und dem Kupfer entgegengeſeßte Art darinnen, daß ſchmeidiges Eiſen weniger brennliches Weſen bey ſich hat, als gegoſſenes, und daß das erſte nicht kann gegoſſen werden, wenn nicht mehr brennliches Weſen zugeſeßt wird, da es denn wieder ungeſchmeidig wird, wie anderes rohes Eiſen, und ſich eben ſo gießen läßt. Aber daß Herr Le- wis Eiſenmiſchungen, die viel geſchmeidiger geworden ſind, als anderes Eiſen, welches von vorerwähnter Urſache herzurühren ſcheint, doch. ſchnell und dicht zuſammenge- ſchmelzet ſind, und nicht im Feuer, wie ſchmeidiges Eiſen zähe geworden ſind, das ſcheint des Platina Wirkung ge- weſen zu ſeyn.

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