6 Von Maſchinen, die Luft auf Schiffen
aufhielt, und alſo von ungefunder fuft wenig Ungelegen- Heit hatte. Nachdem man anfing, große Schiffe mit meh- rern Verdeen zu bauen, war es lange Zeit gewöhnlich, die Küche, wo die Speiſen zubereitet wurden, unten im Schiffe anzulegen; ſo erhielt der Luſtzug, vermittelſt des Feuers in der Küche, eine zulänglich gute Abwechſelung der kuf, die alte gieng durch den Schorſtein hinaus, und durch die Fenſter und Deffnungen kam von ſich ſelbſt neue hinein. Sobald man aber die Küche auf das obere Verde> verſeßte, weil ihre erſte Stelle des Feuers wegen gefährlich ſchien, ward die Luft im Boden des Schiffes dadurch gleichſam zu ewiger Gefangenſchaft verdammext.
Der Schaden, welchen die Seefahrenden dadurch lit= ten, nöthigte ſie, auf Mittel zu denfen, wie ihm vorzuben- gen wäre. JM will die vornehmſten Mittel, die man ge- brauchet hat, den Schiffen Wetterwechſel zu verſchaffen, fürzlich anführen; ſowol wie ſie bey Schiffen, die im Hafen lagen, leer und abgeta&elt waren, als bey ſolchen gedienet Haben, die ausgerüſtet unter Seegel waren, und Laſt und Volk am Bord hatten. Jc< muß melden, daß zwo Schriſ- ten hiervon, welche der königl. Akademie ſind übergeben worden, mir gute Nachrichten dieſermegen ertheilet haben. Eine hatte der Akademie verſtorbenes Mitglied, der Herr Viceadmiral Lejonankar abgefaſſet, die andere Herr Sheldon, Mitglied der Akademie, Schiffsbaumeiſter bey der königl. Kriegsflotte:
Ein Schiff, das abgeta>elt im Hafen liegt, iſt in Ge- fahr, durch Feuchtigkeit, Fäulniß, Schimmel und Moder verderbt zu werden, wenn man nicht Acht darauf giebt, und ven Wetterwechſel darinn unterhält. Zu dieſer Abſicht iſt ſehr nötthig, die Fenſter, Luftlöcher und Pforten täglich offen zu halten, damit die Luft frey durchziehen kann. Auch dienen dazu offene Röhren von Bretern oder Luftlöcher im Raume, an der Garnirung( Garneringen), wie derglei- chen bey einigen Fahrzeugen eingerichtet ſind. Weil ſich aber dieſer Wetterwechſel nicht viel weiter, als in den ee
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