234 Urſachen der Fieber, und ihre CG. 12," Nachdem ich nun die Urſachen"angegeben
habe, durch welche ich beſonders auf die Gedanken bin ge-
bracht worden, daß die Urſache des kalten Fiebers bloß ca- farrhaliſch ſey: ſowürve wohl meine Pflicht erfodern, dieſes durch einige Erfahrungen und Verſuche näher vor Augen zu legen: aber Weitläuſtigkeit'zu vermeiden, will ich mich dies ſesmal mit demjenigen begnügen, was ſchon der alte Cel- ſus*, von der Art ſchleichende Fieber(Febres lentas) zu heben, angemerfet hat. Er ſaget: wenn man den Leib mit Faltem Waſſer und Del riebe, ſo könnte man ſolche Fieber in ordentliche abſeßende(intermittentes) oder Falte verwandeln. Wie ſich damit ſchleichende Fieber heben laſ- ſen, das mag an ſeinen Ort geſtellt bleiben, und verdienet genauere Unterſuchung, aber das weiß ich, daß nach einem ſolchen falten Bade, oder Reiben, wirklich Reißen erfolget, worauf Schweiß kömmt, wenn der. Kranke gleich darauf in ein gewärmtes Bette geleget wird. Jh begreife auch, wie das Del hilft, die Schweißlöcher zu verſtopfen und die Ausdünſtung zu hemmen.
CS. 13. Sollte übrigens noch jemand einen Zweifel we-
gen des Saßes hegen, den ich vorgetragen habe, ſo kann er ſich allezeit bey vocfallenden Gelegenheiten von deſſen-Rich--
tigfeit verſichern, und ich zweifele nicht, er wird noh mehr Gründe finden, als ich in dieſe wenige Blätter habe faſſen können. Ja er wird auch die Urſache ſehr leicht entdeFen, war- um die falten Fieber auf ſo ungleiche Art wollen gehoben ſeyn. Abderlaſſen iſt zuweilen nöthig, zuweilen ſchädlich, und wer ſein Verfahren bey Heilung der Krankheiten auf all- gemeine Beſchaffenheiten(Conſtitutiones epidemicas) grün det, wird ſolches alles leicht bemerken. Im Frühjahre iſt ſelten was mehr nöthig, als“ Digeſtivmittel, und nachge- hends dienliche abführende Mittel, weil ſich die Natur übri-
gens * Lib. UI. c. 9. p. 136.
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