Jahrgang 
Abhandlungen ... auf das Jahr 1743
Seite
268
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Von Kettenlinien.

Theile, welche ſich wie die Schweren, die der Fruchtſchnur Theile haben ſollen, verhalten.

XV.

Aus vorhergehender Abhandlung kann man inſonder- heit folgendes bemerken:

1. Gebrochene Dächer haben den Vorzug vor den ge-

raden, vaß ſie nicht ſo ſtark auf die Seitenmauern ſtreben ,-

als die geraden, wenn beyde gleich hoch und ſchwer ſind: Sie würden daher für gewölbte Kirchen ſehr dienlich ſeyn, da dieſer Mauern mit Balken und Ankern nicht ſo zuſam- men gehalten werden, weil dieſe gebrochenen Dächer einen größern Theil ihrer Schwere anwenden, ſenkrecht auf die Mauern zu drü&en, als ſolche aus einander zu ſchieben. Aus eben dieſer Urſache ſind auch die höhern Gewölbe für dünne Seitenmauern dienlicher als niedrige,

2. Bon den bekannten Verzeichnungen gebrochener

Dächer, ſtimmet des Herrn Daviller ſeine(2. Fig.) am beſten mit den mechaniſchen Grundſäßen überein, wenn * das ganze Dach mit einerley Materien gedeet wird. Dieſes erhellet aus dem V. Artikel. Die Verzeichnung, die ich in eben der Abſicht gegeben habe,(IV. Art. 3. Fig.) iſt leicht, und beruhet auf eben den Grundſäßen. I< hoffe auch, ſie wird den Augen nicht misfällig ſeyn, und ſich auch ſonſt zu andern Umſtänden, welche ich bey mei-

ner Unterſuchung nicht mit betrachtet habe, wohl ſchien.|

3. Soll das untere Dach eine ſchwerere BedeFung haben, als das obere, 3. E- Dachziegel, wenn das obere mit Eiſenplatten gedecket wird, wie ebenfalls ge- bräuchlich iſt, ſo ſind die Verzeichnungen im halben Kreiſe

dien-