4 SPIE: uwm alle Neuerungen die ins Große gehen, und ohnstreitig muß die bezweckte Verbesserung sehr der Mühe wehrt seyn, und eine der Gewißheit beinahe gleiche Wahrscheinlichkeit für sich haben, wenn es rathsam erachtet werden soll, der gleichen Neuerungen, aligemein und auf einmal einzufühs ren. Aber es ist fast eben so gefährlich, aus diesem Grunde sich allen Neuerungen widerseßen' und immer am Alten kleben' zu wollen, zumahl da es in den mehrsten Fällen möglich seyn wird, dergleichen Veränderungen. nur nach und nach zu machen und dadurch der Gefahr- augzuweichen, die von einer schleunigen allgemeinen Umänderung der biss herigen Ordnung im Staate sich fast nicht trennen läß., Ist von einer Abänderung der Verhältnisse unsrer Baus ern die Rede, so ist diese Möglichkeit außer allem Zweifel. Offenbar ist bei uns die Lage des Landmannes nicht so schlecht, daß man ihn durchaus, es möge kosten was es| wolle, sofort aus derselben herausziehen müste; er selbst ist, weny gleich Einzelne Armuth und Mangel drücken,"doch im Ganzen damit so unzufrieden nicht; am wenigsten miss» set er im Allgemeinen seine Beschwerden der Meyerverfas? sung bey; es ist also keine Nothwendigkeit einer sofortigen allgemeinen Aufhebung derseiben vorhanden, und vermuth» lic< wird niemand, dazu rathen."Aber wenn erwiesen oder doch höchstwahrscheinlich gemacht wäre, daß diese>Verfase- jung auf unsre jeßigen Zeiten nicht mehr gejzörig anwend, bar sey, daß sie der Cultur und folglich dcr Bevölkerung tes Landes würklich Hindernisse in den Weg lege, und den allgemeinen Wohlstand erschwere; wenn man das an; scheinend beste Mittel sie aufzuheben und die erforderlichen Vorsichten, um jedem Nachtheile vorzubeugen, wür?lich auss . findig
Jahrgang
1 (1793)
Seite
4
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