134 UI, Ueber vie Ergiebigkeit
zwölf bis funfzehnmal, erndtet. Das verſtehet niemand, wenn nicht hinzugeſeßet wird, wie groß' der Raum iſt, von dem das Viele geerndtet worden. Ein praktiſcher Wirth äußerte: In Pommern bin ich gewohnt, das zwölfte bis ſiebzehnte Korn vom Weißen zu erndten, in Mecklenburg habe ich aber höchſiens'das achte Korn, Aus Vergleichung der Räume, in welchen an beyden Orten gleich große Maaße geſäet wird, fand ſich, daß der Ertrag einander gleich war.
Sehr gut, daß unſere meiſten Landwirthe ſich nicht um die Fruchtbarkeit entfernter Gegenden bekümmern, ſondern nur den höchſten Ertrag ihrer Felder wünſchen
und darum bemüht ſind 3 die Hofnung auf mehr als ge-|
wöhnlich, und auf viele hintereinander folgende glückliche Jahre'möchte dabey nur noch ſteigen. Wer in einer Reihe von Jahren den Abgang aus eignen Mitteln übers tragen kann, den er nicht vermuthete, der hat Wahr: ſcheinlichkeit vor ſich, daß er doch endlich einmal die beſſeren Jahre erreiche, die den Verluſt der vorhergegangenen erſetzen. Aber jeder Landmann, der ohne Ueberſchuß, ohne Vorrath und Kredit jährlich den ganzen Einſchnitt braucht, hat ſchon zu viel gehoffet, wenn er den mittle: ren Ertrag vorausſetßet, da jeder geringerer ihn hülfsbes dürftig und etliche ſchlehte Jahre hintereinander, ihn arm machen. Der Sandwirth iſt dieſer Gefahr mehr
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