Jahrgang 
Zweiter Band: 1788
Seite
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130 III. Ueber die Ergiebigkeit

der Witterung eines Ortes auf die Witterung anderer Oerter in nur geringer Entfernung ſchließen kann! In derſelbigen Provinz leiden einige Landgüter in den näm "lichen Jahren günſtigere Witterung und ungünſtigere vor allen anderen, wovon die"Urſache niemand ergründet, oder nur erräth. Die Richtung der Winde, der Lauf der Gewitterwolken, die Lage der Wälder, Seen und Städte, ſo wie dieſer ihre Wirkung auf den Gang der, von verſchiedenen Gegenden ſich nähernden kleinern oder größeren Regenwolken, laſſen in der Wetterbeſtimmunz nichts ſicheres für ganze Feldmarken erwarten; ſo gewiß es auch iſt, daß im Großen was Regelmäßiges in Ver: änderung der Luft, der Dürre und Näſſe, Kälte und Wärme, vorhanden ſey: wogegen aber die Erſtreckung einer Feldmarke, oder gar eines Raumes von etlichen Meilen im Durchſchnitte, von gar keiner Bedeutung ſind. Was bleibt da dem großen Haufen übrig, als nach

der Weiſe des grauen Alterthums, den Aberglauben um Hülfe anzuſprechen. Er herrſcht noch ſo ſehr unter den geringen.-Landleuten, daß zuweilen ſeine Vortheile dabey keiden. Ein nun verſtorbener betagter reicher Mann wurde jährlich von den benächbarten Landleuten befragt, ob ſein Brunnen geſegneten oder ſchlechten Kornwuchs vorher: fage? Andere urtheilen doch mit Vernunft, wenn ſie aus der Größe der Wurzeln des Winterkornes, duf den Ertrag des folgenden Jahres ſchließen wollen, Der Sch!