12 I. Schreiben, über ſichere Verfeinerung
die möglich größte Zuchtſtähre zu haben, aber wenn ſie in der Wolle geringer ſind, ſo iſt ein Bo> von mittler Natur vorzuziehen. Eine etwas kleinere Statur kann durch verbeſſertes Futter weggeſchaft werden, aber eine ver: ſchlimmerte Wolle, känn nicht durch eigene Hülfe, ſon? dern muß' durch anzukaufende beſſere Stähre gehoben werden. H
r8. An einett Lamme von einigen Wochen iſt es nicht möglich, die Güte der Wolle ſo genau zu erkennen, als die Auswahl der Zuchtböe erfodert. Erſt im zwey ton Jahre, wenn der junge Bock geſchnitten iſt, zeiget ſich die wahre Eigenſchaft der Wolle: ob ſie die größte Feinheit unter der Heerde habe; auch am Hintertheite ſv feine Wolle als auf' dem Rücken ſie; denn als Lamm ſichet alle faſt gleich fein aus.
19. Will man obigen Fehler vermeiden, ſo muß man drey bis' viermal ſo viele Lämmer zu Zuchtſtähren gehen laſſen, als man nöthig hat, und wenn ſie groß ſind, die? jenigen ausſuchen, die die geſüchte Feinheit der Wolle has ben. Geſchiehet dieſes, ſo ſchläget die Art der Wolle in Deutſchland eben ſo wenig zurü>, als in Spanien und in England.
20. Itt Spanien giebt ein Mutterſchaaf fünf bis" ſechs Pfund ungebadete Wolle, wovon nach der Wäſche drey bis drey und ein halb Pfund bleiben. In Sachſen haben dieſe Schafe nicht über zwey und“ ein halb Pfund
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