Teil eines Werkes 
Erster Theil (1763)
Entstehung
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Vorbericht. 9

einbrechen, und die Bergwerke ruiniren. Und ſo koͤnnen aufgeweckte ſinnreiche Koͤpfe die gefaſſeten theoretiſchen Gruͤnde, und was ſie etwa dabey in Buͤchern finden, auf beſondere vorkommende Faͤlle appliciren, und großen Nutzen damit ſchaffen, welches aber nicht geſchehen kann, wo ſie nichts weiter wiſſen, als was die Vorfahren an ihrem Orte ſchon bewerkſtelliget, oder ihnen ſelbſt ohn⸗ gefehr in die Haͤnde kommt, und auſſer dieſen bey ihnen kein Vorrath der Wiſ⸗ ſenſchaften vorhanden, dadurch ihre Gedanken zum Nachſinnen koͤnten erwecket werden.

Iſt uͤbrigens in dem folgenden Werke nicht alles nach dem verſchiedenen Gout der Leſer eingerichtet, ſo iſt zu bedenken, daß nichts ſchwerer ſey, als al⸗ len gleich zu gefallen, wie die taͤgliche Erfahrung lehret, daß Schriften mancher⸗ ley Cenſuren nach dem angenommenen mannigfaltigen Maßſtabe der Beurthei⸗ lung und nach den Affecten gegen derſelben Urheber unterworfen ſind. Auch ſu⸗ chen einige darin ihren Nuhm, daß ſie was tadeln konnen, ob ſie gleich nicht im Stande ſind, es ſelber auszufertigen, oder beſſer zu machen.

Solten auch manche urtheilen, daß dieſe Arbeit zu meinem jetzigen Amte nicht gehoͤre; So verweiſe ich ſolche zu dem Urtheil des Herrn Doct. und Pro- feſſor. Theolog. zu Helmſtedt, nachmahligen Abt zu Lockum, Johann Chriſt. Boͤhmers in ſeiner Vorrede vor Herrn Johann Georg Leuckfelds Antiquita- tes nummarias, oder hiſtoriſche Beſchreibung der Blechmuͤnzen, da er ſchreibet, „„ daß einem evangeliſchen Prediger erlaubet ſey, ohne Abbruch ſeiner geiſtlichen „ Verrichtungen, auf hiſtoriſche, oder andere dem Publico nuͤtzliche Wiſſenſchaf⸗ „ ten, die er in der Jugend excoliret, ſich ferner zu legen, darin was zu edi— „ ren, und die von Amtsgeſchaͤften ledige Zeit darauf zu verwenden, wird wol „ kein vernuͤnftiger Menſch in Zweifel ziehen. Wer das Gegentheil im Ernſt „ behaupten wolte, waͤre gewiß mehr des Mitleidens, als einer Widerlegung „ wehrt. Es ſind auch der Geiſtlichen in unſer evangeliſchen Kirche ſo viel nicht, „ die ſolche Nebenſtudia treiben; daß man alſo den Fleiß dererjenigen wenigen, „ die es thun wollen und koͤnnen, durch ſo unglimpfliche, und ungegruͤndete „Vorurtheile nicht hemmen noch unterbrechen darf.„

Wem alſo bekannt iſt, daß meine Pflicht in meinem bis ins 17. Jahr zum Clausthal gefuͤhrten Schulamte geweſen, nebſt den fremden Sprachen die Jugend in den mathematiſchen Wiſſenſchaften, worin ich von Jugend an ein groß Vergnuͤgen gefunden, zu unterrichten, wodurch mir Anlaß gegeben wor⸗ den, das hieſige Maſchinenweſen in dieſem und jenem Stuͤcke mir bekannt zu ma⸗ chen, um meinen Scholaren dabey die Application der theoretiſchen Lehren zu zeigen, und einen Begrif davon zu machen; der wird mir nicht verargen, daß ich meiner natuͤrlichen Neigung zu ſolchen, wie auch hiſtoriſchen Wiſſenſchaften

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