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Die landwirthschaftliche Buchführung : basirt auf alles umfassende Register oder Tagebücher aus einem noch ungedruckten größeren Werke über das Privat- und Staats-Rechnungs-Wesen, letzteres mit besonderer Hinsicht auf das im österreichischen Kaiserstaate eingeführte Staats-Casse- und Rechnungs-Verfahren ; im Lichte unserer Zeit / dargest. von Franz Skarpil
Entstehung
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Beim Weidevieh, wie nicht minder beim Zugvieh muß bei der Berechnung der Dünger⸗Erzeugung nach dem verzehrten Futter nicht vergeſſen werden, die Zeit, die es außer dem Stalle zubringt, und den Dung, den es in derſelben verliert, auszumitteln.

Da es Grundſatz iſt, die ganze Düngung der nächſt folgenden Frucht zu übertragen, und von dieſer dann wieder den Rückſtand an die nachfolgende, ſo entſteht die zweite Frage:wie wird der Rück⸗ ſtand oder die Proportion des verzehrten Düngers berechnet?

Gewöhnlich nimmt man an, daß die erſte Saat die Hälfte des eingebrachten Düngers, die zweite, die dritte 6 und die vierte das Übrige verzehre.*) Es kommt aber auch auf die Art der Saaten und auf die Beſchaffenheit des Bodens an, und man weiß nach Thaer daß Weitzen mehr als Rocken und Hafer ausziehen, der thonige, bindende Boden länger, der ſandige und kalkige dagegen kürzer an ſich halte. ꝛc.

In der neueren Zeit war man, was die Boden erſchöpfende Kraft der Gewächſe betrifft, wie viel näm⸗ lich der Boden in einer gewiſſen Zeit durch die davon gewonnenen Ernten an Humus oder der eigentlich näh⸗ renden Kraft verliert, bei den eigentlichen Getreidearten(Cerealien) ſo glücklich, ziemlich beſtimmte Daten zu erlangen. Man hat nämlich laut den obbezogenen landwirthſchaftlichen Verhältniſſen Seite 110 nach Thaer und andern gefunden, daß bei einem Ertrage von 12 Metzen Korn pr. Joch von 1600 nieder öſterreichiſchen Quadrat⸗Klaftern nach Abzug der Ausſaat(indem angenommen wird, daß in dem Samenkorn ſelbſt ſo viel

nährende Kraft ſteckt, um ſich ſelbſt einmal reproduciren zu können) bei deren Erzeugung 30 Grad Kraft aus dem Boden verloren gehen, wornach

1 Metzen Korn ſammt Stroh, auf dem die Körner wuchſen. 3 8... 2% Grad 1 Wariten........ 3 e» 1 5) Gerſte. 4....«*......* 1 9)

1 Hafer........ 2.... 17, dem Acker im Verhältniſſe ihrer Nahrungskraft entziehen.

Weiteres hat man gefunden, daß eine Hülſenfrucht-Ernte dem Boden zwar 20 Grad Kraft pr. Joch entziehen, dagegen aber durch ihren Schatten, durch die Lockerung des Bodens und ganz vorzüglich durch die größere Lufteinziehung, ſo wie auch durch die dem Acker hinterlaſſenden Wurzeln und Stoppeln den Reichthum deſſelben wieder dergeſtalt vermehre, daß nur 10 Grad Kraftverluſt im Ganzen angenomen werden können.

Eine Kartoffel⸗, ſo auch eine Rüben⸗Ernte entziehen, wenn man ihr die mehrere Bearbeitung des Bo⸗ dens, welche die Kultur dieſer Gewächſe erfordert, wieder zu Guten rechnet, ſtatt 30 Grad nur 20 Grad dem Acker pr. Joch.

Die Futterkräuter, grün in der Blüthezeit abgemäht, wirken nicht nur nicht erſchöpfend, ſondern durch ihre Blätter, Stoppeln und Wurzeln Kraft vermehrend, und ſind einer gehörig bearbeiteten reinen Sommer⸗ brache, die nicht bloß den Acker reinigt, ſondern auch durch vermehrte Einſaugung atmosphäriſcher Gaſe und

*) Herr Amtsrath Block nimmt im dritten Jahre ¼ und im vierten 1, an; Herr Gubernial⸗Rath Dr. Burger aber im

dritten Jahre 1 und im vierten his.