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1. Die Landbau⸗Induſtrie, die ihre Producte zur Befriedigung unſerer Vedürfniſſe ohne Ver⸗ mittlung der Natur abgewinnt,
2. die Fabriks⸗ oder Manufacturs⸗Induſtrie, welche ihre Producte oder rohen Stoffe aus den Händen des erſten Erzeugers bezieht, und irgend eine Verwandlung durch chemiſche oder mechaniſche Ver⸗ fahren mit denſelben vornimmt, dann
3. die Handels⸗Induſtrie, welche die Producte an dem einen Orte einkauft, um ſie an einen an⸗ dern, wo ſie einen höhern Werth haben, zu ſchaffen und zu verkaufen.
Ad 1. Der Landbau⸗Unternehmer conſumirt bei ſeinen Productionen die Samenkörner, deren Werth er vernichtet, weiters conſumirt er die Dienſte ſeiner Arbeiter, einen Theil von dem Werthe ſeines Zugviehes, ſeiner Acker- und übrigen Geräthſchaften, wie nicht minder einen Theil von jenem der Gebäude, endlich auch einen Theil desjenigen Dienſtes, den ihm der Boden leiſtet. Alle dieſe Conſumtionen ſind jedoch nur Vor⸗ ſchüſſe und müſſen durch den Werth des zu erzielenden Products wieder erſetzt werden; folglich beſteht der Ko— ſtenpreis genau aus der Conſumtion aller hier genannten Werthe.
Die Leiſtung des Unternehmers gehört jedoch auch mit zu den Productionskoſten. Das daraus hervorge⸗ hende Product muß ihm daher nicht nur ſeine hier genannten Vorſchüſſe erſetzen, ſondern ihm noch außer— dem einen Gewinn bringen, wodurch er für ſeine Zeit, ſeine Talente und ſeine Bemühungen entſchädigt oder belohnt wird, wornach man demnach den Erzeugungskoſten irgend eines landwirthſchaftlichen Products eben ſo gut das Intereſſe eines Capitals, als den Pachtzins aus der Bodenfläche eingerechnet findet.
Ad 2. In der Mannfacturs⸗Induſtrie werden faſt auf gleiche Weiſe, wie bei der Landbau⸗Induſtrie, die erforderlichen rohen Stoffe, Maſchinen oder Werkzeuge, Gebäude und Arbeiten conſumirt, daher muß der Fabrikant, um nicht nur auf die wohlfeilſte Weiſe zu produciren, ſondern auch zu wiſſen, ob eine Sache, wenn ſie ſelbſt mit den geringſten Koſten producirt wird, auch die Productionskoſten bezahlt und ihn für ſeine Bemühun⸗ gen vollkommen entſchädigt, die Wirkung der Concurrenz der Producenten, die Entfernung der Orte, woher er ſeine rohen Stoffe bezieht und derjenigen, wo er ſeine Fabrikate niederlegt, den Einfluß der Communications⸗ Mittel und das Verfahren bei der Production ſelbſt, mit einem Worte die Elemente, die den Koſtenpreis des fertigen Products beſtimmen, vollkommen genau kennen, und im Stande ſeyn, die verſchiedenen Auslagen, als: den Ankauf der Rohſtoffe, den Lohn der Arbeiter, die Ausbeſſerungen, die Abgaben, den Brennſtoff, die Beleuchtung, die auf jeden Tag vertheilen Capitals⸗Zinſen ꝛc. genau zu berechnen; denn wenn er als Eigenthü⸗ mer dieſer verſchiedenen Fonds, ſeine Gebäude nicht ſelbſt brauchte, würde er einen Miethzins, und wenn er ſeine Fonds nicht ſelbſt umtriebe, würde er einen Zins aus denſelben beziehen. Seine Unternehmung nimmt ihm daher nicht nur den Miethzins, ſondern auch die Zinſen weg, die er aus den genannten Quellen ſelbſt hätte bezie⸗ hen können.
Ad 3. Die Handels⸗Induſtrie umfaßt alle diejenigen Arbeiten, die den Wiederverkauf des Eingekauften zum Zwecke haben, ohne daß mit der Waare eine andere weſentliche Veränderung, als die der Zertheilung, vor⸗ genommen wird. In der Handels⸗Induſtrie ſind die Waaren, die eingekauft werden, der rohe Stoff, dabei wird die Arbeit der Gehülfen conſumirt, und wenn Waaren verſchickt werden, um dagegen wieder andere zu er⸗ halten, ſo ſind die verſchickten Waaren eben ſo gut conſumirte Gegenſtände als die Samenkörner, die der Erde anvertraut werden.— Die Rückfracht aber iſt das Reſultat dieſer Conſumtion und ein neues Product, wodurch die gemachten Vorſchüſſe erſetzt werden. Der Kaufmann muß daher, gleich dem Fabriksunternehmer, die verſchie⸗ denen Einwirkungen auf Qualität und Preis ſeiner Waaren⸗Artikel genau kennen und den Einkaufs⸗ und Ver⸗ ſchleiß⸗Preis, wenn er ſein Geſchäft mit Nutzen treiben will, auch gehörig zu berechnen wiſſen.


