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d. des natürlichen oder Productions⸗Preiſes, wofür ein Product oder oder eine Waare erzeugt wird und verkauft werden kann; dann e. des Affections⸗Preiſes, Praetium affectionis genannt.
Ad a. Der Marktpreis findet bei den meiſten unentbehrlichen Lebensbedürfniſſen ſeine Anwendung, da ihr Bedarf allgemein eintritt und auf den Märkten dießfalls ſich Concurrenz findet, als bei den Körnergat⸗ tungen ꝛc.*)
Für die Hauptkörnergattungen findet man denſelben gewöhnlich nach dreierlei Unterſchieden, u. z. für die gute, mittlere und geringe Frucht in Zeitungen und ſonſt auch in eigenen Marktpreis⸗Verzeichniſſen notirt. Wo demnach eine Preis-Veranſchlagung oder Werthſchätzung diesfalls Statt findet, muß immer vorher ent⸗ ſchieden ſeyn, zu welcher obiger drei Claſſen die betreffende Frucht gerechnet werden könne, was ſich ganz beſonders durch das Gewicht genau beſtimmen läßt.
Am häufigſten werden Durchſchnittspreiſe aus den Marktpreiſen von einem oder mehre⸗ ren Jahren angewendet, da dieſe dann den wahren Productionspreiſen am erſten nahe kommrn.
Um die Erzeugniſſe des Ackerbaues und beſonders die zur eigenen Conſumtion für Vieh und Men⸗ ſchen beſtimmten oder verwendeten zu berechnen, thut man wohl am beſten, den Jahres⸗Markt⸗Durchſchnitts⸗ preis ſeiner nächſten Umgebung für dieſelben nach einiger Moderation anzunehmen, und zwar nicht blos darum, weil derſelbe der Transports⸗ und Verkaufskoſten wegen(wohin Abnützung des Geſchirres und der Pferde ſelbſt auch gehört) ſchon einige Anderung erleidet, ſondern weil auch nicht alles Getreide und alle andern landwirth⸗ ſchaftlichen Erzeugniſſe, welche in der Wirthſchaft conſumirt werden, zu Markte kommen, und— wenn ſie kämen, nie ganz preiswürdige Marktwaare ſind, was,— wenn dieß auch wirklich der Fall wäre, den Marktpreis, der außergewöhnlichen Zufuhr und Concurrenz wegen, unendlich herabdrücken würde,— dann auch, weil die we⸗ nigſten Landwirthe, die nicht einem Hauptmarkt ſehr nahe wohnen, die höhern Preiſe, welche faſt nur allein den Fruchthändlern— beſonders bei ſchlechten und grundloſen Wegen, zu Guten kommen, benützen können, indem zu den Zeiten, wo ſie gewöhnlich einzutreten pflegen, der Landwirth nicht zu Markte fahren kann und die Vor⸗ rathskammern der Fruchthändler in den Städten dann allein den Preis beſtimmen. Wahr iſt es, wenn ich auf der einen Seite für mein verkäufliches Getreide einen hohen Preis erhalte, ſo ſollte ich conſequent auch das, was ich in meinem Haushalt, um wieder aufs Neue Getreide bauen zu können, zu verzehren gezwungen bin, hoch anſchlagen; allein bei Würdigung des vorſtehend Angeführten, muß ſich doch eher und mit mehr Grund für den Jahres-Markt-Durchſchnittspreis entſchieden werden.
Häufig bedient man ſich eines Durchſchnittes aus den Marktpreiſen von 10 und noch mehr Jahren, was beſonders bei Güter⸗Verkäufen und Pachtungen Statt findet.
Der Kaufmann bedient ſich bei der Schätzung ſeines Waarenlagers ſo wie der Fabriksherr bei der Schä⸗ tzung ſeiner Fabrikate Behufs einer Vermögenſtands⸗Inventur auch der currenten Preiſe, in welchen der Betrag der Bezugs⸗Speſen, u. z. des erſteren für ſeine verſchiedenartigen Waaren-Artikel und des letzteren für ſeine Rohſtoffe oder Materialien, dann der Theilbetrag für ihre Mühe und Arbeit, wie nicht minder für die Verwen⸗ dung ihrer Fonds, was ſie ihren billigen Gewinn nennen, enthalten iſt.
Obſchon dießfalls kein eigentlicher Markt und ſohin keine Marktpreiſe Statt finden, ſo haben doch ihre Artikel einen beſtimmten, gangbaren Preis. Denn der Kaufmann weiß ganz ſicher, wie hoch ihm ſeine Waare
*) Beim Heu und Stroh dürfte derſelbe wohl nur ſelten zutreffend und richtig ſeyn, weil dieſe beiden Artikel nur Ausnahmsweiſe und in geringen Quantitäten zu Markte kommen.


