Die Doppelbuchhaltung an ſich iſt höchſt einfach, weil ſie nur auf wenigen, leicht verſtändlichen Grundſätzen beruht, und man kann ſie aus dieſem Grunde eine völlig abgeſchloſſene Wiſſenſchaft nennen, die ſchwerlich je eine weſentliche Aenderung erleiden wird. Demungeachtet hat dieſelbe zu den heftigſten Federkriegen geführt, ſo zwar, daß es eine Zeit gab, wo Jedermann eine beſſere, weniger Schreiberei erfordernde Methode er⸗ funden haben wollte. Die meiſten verfehlten jedoch darin ihr Ziel, daß ſie das Gepräge derſelben zu buchſtäblich nahmen, und den Kaufmann in Wort und Ausdruck, ja ſogar in jeder Kleinigkeit nachahmten.
Die ganze Buchhaltungskunſt beſteht eigentlich nur in der geſchickten Anwendung der wenigen Grundſätze der ſogenannten italieniſchen Buchhaltung auch auf andere als kaufmänniſche Geſchäfte, welche mit ihr gleiche Bedingung und gleichen Endzweck haben, als: bei der Landwirthſchaft, beim Fabriks- und Manufacturs⸗Betriebe, da Ackerbau nichts anders als eine Manufactur, und zwar eine ſehr verwickelte Manufactur iſt.
Iſt ihr Geiſt, das Charakteriſtiſche, was ſich in Nehmen und Geben bei jedem Ge⸗ genſtande und jeder Handlung ausſpricht, richtig aufgefaßt, in welchen wenigen Worten das ganze Geheimniß und die ganze Theorie aller Buch- und Rechnungsführung liegt, ſo kümmern den Landwirth dann wenig mehr die kaufmänniſchen Einrichtungen bezüglich der verſchiedenen Bücher. Er bedarf ganz anderer, und muß es in ſeiner Gewalt haben, alles Detail, was er nur immer wünſcht, in ſeiner Hauptrechnung zu finden, oder aber ſolches daraus zu entfernen, und blos mit ſummariſchen Reſultaten zufrieden zu ſeyn, weil ihm erſteres dann die Journale oder Regiſter mit allen erdenklichen Nebenumſtänden nachwei⸗ ſen. Seine Rechnung muß ihm ein Spiegel ſeyn, was er in jedem individuellen Falle zu thun oder zu vermeiden habe, weil ſonſt häufig bald da, bald dort ſeine Kraft verſplittert wird, alles ergreifend und nichts feſthaltend. Eben ſo muß er daraus das Weſentliche vom Zufälligen, und das Dauernde vom Vorübergehenden unterſcheiden können.
Wiener Neuſtadt im September 1841.
Der Verfaſſer.
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