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Mineralogische Tabellen : mit Rücksicht auf die neuesten Entdekkungen / ausgearbeitet und mit erläuternden Anmerkungen versehen von Dietrich Ludwig Gustav Karsten
Entstehung
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76 Anmerkungen.

Tyopſſteinartige Geſtalt;

gekörnte Oberfläche;

Iſt äuſserlich wenig glänzend;

Inwendig glänzend, oder ſtarkglänzend von Glasglanz; Im Bruch(nach einer Richtung) Geradblättrig; Halbdurchfichtig;

Gibt einen weiſsen Strich;

Iſt weich,

Ungemein mlde,

Leicht und ein. Hat einen nicht ſehr auffallenden ſtyptiſchen Geſchmack.

(70) Ich halte die Naphta bloſs darinn vom gemeinen Bergöl verſchieden, dafs in dieſer der Kohlenſtoff ein weriig mehr entwikkelt ift, betrachte beide daher nur als Arten.

Dagegen

(71) Das Bergtheer generiſche Unterſchiede vom Erdpech zeigt.

(72) Das Elaſtiſche Erdpech von Matlock in Derbifhire nimmt die zweite Stelle in diefer Gattung ein, bis eine Ana- lyſe es hieraus verweiſet. Ich hoffte dergleichen in Charles HATTCHETT Obſervations on Bituminous Subſtances etc. London 1797. 4. zu finden, fahe mich aber in meiner Erwar- tung getäuſcht. 3

(72) Die Beſtandtheile der Schieferkohle habe ich dem Hrn. Aſſeſfor RroHTER allhier zu danken. Ein Durchſchnittsſatz aus ſechs, mit ſeiner bekannten Genauigkeit, vorgenommenen Zergliederungen verſchiedener Varietäten. In dem ſiebenten Stück feiner Schriften über die Neuen Gegenſtände der Chemie S. 222., und im neunten Stück derfelben S. 202. findet man noch mehrere Analyſen dieſer Art.

(73) Kaum iſt es noch nöthig, den Diamant unter einer befonderen Ordnung zu begreifen. Daſs er den Inflamma- bilien angehört, bezweifelt nun wohl Niemand mehr. Gur- rox's jüngſte Verſuche(Annales d. Chimie Cahier LXXXI.) haben das Gepräge der höchſten Zuverläſfigkeit. Die darauf gefolgten, bei denen Eifen, durch Zufatz von Diamant in Stahl verwandelt wurde, waren zwar originell; allein ſie lehr- ten keine neue Wahrheit. Das Einzige, was zur höchſten Überzeugung, daſs der Diamant reiner Komlenftoff ſei, noch fehlt, iſt die Beſtätigung durch Verſuche auf dem naſſen Wege.

(74) Auch die von dem Eiſenſande ausgefuchten reinen Körner des Gediegen-Platin imd nicht ganz frei von Eiſen. DesHalb findet man in der Kolonne der Beſtandtheile, neben dem Worte Platin noch kleine... welche andeuten, dafs eine anderweitige Beimiſchung exiſtirt, aber nicht genau, in Rückficht der Proportion ausgemittelt iſt. Derſelbe Fall tritt bei den mehreſten Gediegen-Metallen ein; nur daſs es da nicht Eiſen, fondern theils Silber, Kupfer, theils Blei etc. und felbſt in Rückficht der Qualität nicht überall ausgemit- telt iſt.

Deſfelben Merkmaals habe ich mich bei den Salzen da be- dienet, wo man noch keine wahren Analyfen hat, fondern bloſs die Beſtandtheile, nach Analogie der künſtlichen angibt, daher vielleicht ein kleiner Nebenbeſtandtheil verborgen ge- blieben feyn kann.

(75) Bei dem Gediegen. Quechfilber hat Herr KrAPROTRH gefunden, daſs in dieſem keine weitere Beimiſchung irgend eines andern Metalles ſtatt findet.

(76) Da in dem Güldiſchen- Silber das Gold nicht als zufal- lger fondern als weſentlicher Beſtandtheil, und zwar nach For- dyce in groſser Menge vorkommt; ſo betrachte ich jenes Foſſil nicht, wie gewöhnlich geſchieht, als eine beſondere Art des Gediegen- Silbers, fondern als eine für fich beſtehende Gattung.

(77) Die im Dunklen Rothgültigerz nach KrArROTH an- gegebenen Beſtandtheile ſind denen, welche in der citirten

stelle feiner Beiträgen flehen, nicht ganz gleich. Dort hat

unſer Analyſt nemlich einen Theil des in dem Rochgültigerz

enthaltenen Schwefels mit Sauerſtoff, zur Schwefelfäure ver-

bunden, angegeben; wogegen ich die von ihm S. 156. a. a. O.

ſelbſt hinzugefügte Vorſtellungsart, daſs im Natürlichen Zu-

ſtande: 1 Silber, Spiefsglanz, Schwefel und Sauerſtoff

als die eigentlichen Beſtandtheile diefes Foſſils anzuſehn.

ren, für richtiger halte. In diefer Hinſicht berechnete ich aus der angegebenen Menge waſſerfreier Schwefelfaure, den Ge-

halt an Sauerftoff und Schwefel; und dies wird die Differenz

erklären..

(78) Der Geſchmeidige-Kupferglanz zeichnet fich zu ſehr von den übrigen beiden Arten diefer Gattung aus, als daſs man ihn für eine bloſse Varietät follte erklären können.

Seine Farbe iſt ftahlgrau;

Er iſt inwendig ſtarhſchimmernd;

Im Bruche eben;

Wird durch den Strich glänzend und von Farbe bleigrau;

Iſt geſchmeidig und

Auſſerordentlich ſchwer.

Dieſe Merkmahle find zur Beſtätigung des obigen hinrei- chend. Auf der Suahadaninsky-Grube findet er ſich vorzüg- lich ſchön. 6,

Ich ſchreibe übrigens mit Herrn KrAFROTH Kupferglanz für das korrumpirte und zu falſchen Vorſtellungen Anlaſs ge- bende Kupferglas. Auch wird man dieſe Berichtigungen bei den übrigen metalliſchen Ordnungen angebracht finden, wo ähnliche Namen vorkommen.

(79) Das Graugültigerz wird zwar, da wo es einheimiſch iſt, als ein Silbererz betrachtet, uad, in ökonomiſcher Hinſicht, verdient es dieſe Auszeichnung allerdings. Bei einer oryk- tognoſtiſchen Klaſfifikazion müſſen wir aber alle ökonomiſchen Rückfichten vergeſſen, wenn wir nicht alle Augenblick in In- confequenzen verfallen wollen, und bloſs die wiſſenſchaftli- chen Principien vor Augen haben. Nach diefen kann ich das Graugültigerz nur unter die Kupfer- oder unter die Spieſsglas- erze fezzen; denn von diefen beiden Metallen iſt mehr denn doppelt foviel darinn befindlich, als vom Silber. Ich habe jener Ordnung unter der Vorausſezzung den Vorzug gege- ben, dafs durch Unterfuchungen, welche auf andere als Un- gariſche Varietäten zu richten ſeyn würden,(z. B. auf die aus

dem Fürſtenberg:) ausgemittelt werden wird, daſs das Spieſs-

glanz nicht beſtändig, oder wenigſtens nicht bedeutend, in gröſferer Frequenz als das Kupfer darinn enthalten feyn wird. 83

(80) Diefer Kupferſand(aus Peru) ward ſonſt für ſalzſaures Rupfer gehalten. VAucQuETTN behauptet, es fey das Me- tall mit Sauerftoff darinn überſättiget. welches jezt für falzſaures Kupfer gilt, erhielt ich vor ein paar Jahren aus Süd-Amerika, und ganz neuerlich aus England. Letzteres hat zum Theil eine vortrefliche ſchmaragdgriine Farbe, und findet ſich in deutlichen ſechsſeitigen Tafeln kryſtallifirt. Es iſt von jenem füdamerikaniſchen Foflil gewiſs verſchieden. Da aber noch keine bewährte chemiſche Zergliederung darüber bekannt worden iſt; ſo habe ich zur Zeit weder das eine noch das andere dieſer anonymen Fofſilien aufführen wollen.

(81) Das Kupfergrün iſt dem Namen nach zwar öfter un- terfucht, aber entweder iſt es fehr zweifelhaft geblieben, ob diefs Foffil ächt zur Analyſe angewendet wurde, oder die Refultate find fo zufammengeſetzt, daſs ſie dadurch allen Glauben verlieren. Man wundere ſich alſo nicht, wenn man hier, ſtatt der Beſtandtheile, eine leere Stelle in der letzten Colonne findet. 41.

(8a) Ich rechne den Maenacan nicht zum Than, fondern zum Eiſen, weil letzteres eines Theils unter ziernlich gleichen Verhältniſfen, doch noch das Ubergewicht allein behauptet, und andern Theils das Fofül dem ſandigen Magnet-Eiſanſtein fehr verwandt iſt. 12

(83) Bei-

Ein anderes Fofſil,