74 Anmerkungen.
gu den Thonarten. Nur wegen der darinn angegebenen vie- len Kieſelerde. wünſchte ich recht ſehr, daſs fie, wie ſo viele andere Fofſilien, von geſchickten Chemiſten abermals zerglie- dert werden mõöchten.*
(45) Der Alaunſtein verdient in anderer Hinſficht eine neue Zergliederung. BERGMAXNX gab Schwefel, Thonerde und Kie- ſelerde als Beſtandtheile deſſelben an.(Opuſc. phyf. chem. III. p. 271.) VAucguUEIIX hingegen in der angeführten Stelle ganz beſtimmt Schwefelſäure, ſchvefelſaures Kali etc. Man würde glauben, er habe geröſteten Alaunſtein unterfucht, allein er nennt ausdrücklich rohen. Wann nun der Schwefel ſchon ge- ſäuert in dem Foſſil enthalten wäre, wozu würde es dann noch geröſtet?
(46) Den Unterſchied des Agalmatoliths (47) Vom Seifenſtein, und
(48) Vom Spechſtein rechtfertigt nicht allein die Klaprothiſche Analyſe, fondern ſie macht diefelbe wirklich nothwendig. Die Emmerling'ſche Beſchreibung des letztgedachten Foffils muſs daher hiernach berichtiget werden.
(49) Ich habe den Jade der Schweizer einſtweilen unter dem Nephrit, als eine befondere Art, aufgenommen, bis der Orientaliſche Nephrit unterfucht, und dadurch ausgemacht werden wird, ob beide wirklich nur ſpecifiſch oder generiſch von einander verſchieden ſind? Die beobachtete Nomenklatur dieſer Arten ergibt ſich aus ihren Merkmalen.
(50) KLrAaPROTHR'S Entdekkung der(angegebenen) groſ-
Aen Quantität Talkerde im Olvin und Chriſolith gibt dieſen F oſſi-
lien noch ein näheres Recht, zu den Talkarten gezählt zu wer- den, als dem Serpentin.
(51) Wegen Eintheilung des letztgedachten Foffils in drei Arten muſs ich bemerken, daſs die zweite Art von dem Herrn v. BucR, zu Reichenſtein in Schleſien entdeckt worden iſt.— Nächſt den ſcheibenförmigen Bruchſtükken Zeichnet fie ſich auch unter andern durch ihren ebenen Bruch und durch eine grauliche faſt dunkelſchwarze Farbe ſehr von den übrigen Serpentinen aus.
(52) Das von FAßRoONI zergliederte Bergmiehl, von Santa Fiora im Sieniſchen, aus welchem er die ſchwimmenden Bak- ſteine, wovon Strabo und Plinius ſprechen, glücklich berei- tete, verdienet auf jeden Fall unter die mineralogiſch ein- fachen Foſſilien aufgenommen zu werden. Es iſt dem erdigen Tallc am ähnlichften, deshalb habe ich demfelben zwiſchen dieſem und dem Meerſchaum ſeine Stelle angewieſen.
(53) Den Arendalit, welchen man durth Hrn. v. AN- DRApDA unter dem Namen Akanthikon(a. a. O. S. 4.) fchon einigermaaſsen kennt, habe ich ſeinen geographiſchen Namen gelaſfen, weil BEuMENBACH diefen ſchon, nach ABIE- GoARDp, ins Publikum gebracht hat. Einer neueren Nach- richt zu Folge, welche ich dieſem Lezteren verdienten Ge- lehrten verdanke, wird er künftig nicht länger unter den Talk- arten ſtehen bleiben dürfen, wenn ſich VAuCQUELIN's Ana- lyſe beſtätiget, welcher darinn 1
37,00 Kiefelerde, 21,00 Thonerde, 15,00 Kalkerde, 24,00 oxydirtes Eiſen und 1,50 dergleichen Braunſtein gefunden haben ſoll.
(54) In Anſehung der vom Hrn. BruMENBAGE mitge- cheilten äuſseren Beſchreibung des Baikalit's, darf ich wohl die kleine Ergänzung hinzufügen, daſs die Seitenkanten der rechtwinklichen vierfeitigen Säule abgeſtumpft ſind, und der Hauptbruch des Foſſils blärtrig iſt. Der Durchgang der Blätter iſt aber nur einfach, und zwar mit einer der Seitenflächen der Säule parallel; übrigens iſt der Queerbruch muſchlich.
(55) Der Roogenſtein iſt hier nicht befonders aufgeführt, weil ich ihn als eine blofſse Varietät des dichten Kalkſteins (von rundhörnig abgeſonderten Stükken) betrachte.
Dagegen ſcheint mir, der körnige Kalkſtein nicht bloſs eine Unterart des fonſt überhaupt fogenannten blättrigen, ſondern eine vom Kalkſpath weſentlich abweichende Hauptart zu ſein- Diefen nenne ich fyſtematiſch jetzt: Späthigen Kalkſtein.
Hrn. WERNER'S Arragon iſt von dem Letzeren mur durch einige äuſsere Merkmahle, chemiſch aber gar nicht verſchieden; ich betrachte ihn daher nicht als eine befondere Gattung, fon- dern nur als eine Art des Kalkfſteins, welche ich im Syſtem: Ewzentriſehen Kalkſtein nenne; weil der Bruch deſſelben exzen- triſch- blãttrig iſt..
Bei weitem nicht jeder Kalkfinter iſt ſtrahlig oder fafrig im Bruche. Die bisherige Klaffifikazion war alſo auch hierinn unzulänglich. Jetzt vertheile ich ihn unter die fünfte und ſechste Art. Hat er dichten Bruch und ſchaalig abgeſonderte Stüche, ſo gehört er zur fechsten Art. Eben dahin iſt auch der Erbfenſtein als Varietät zu rechnen. 3 3
(56) Herrn ABIILGOARD'S Anwendung des Namens Spargelſtein kann ich nicht billigen. Ein ganz anderes Foſſil als das von ihm unterfuchte, ward ſchon vor Jahren von Herrn WERNER fo benannt. Hiervon wird weiter unten die Rede fein.
Das Nordiſche Foffil, worauf dieſe Anmerkung ſich bezieht, hat eine theils dunkel ſpangrine theils himmelblaue Farbe; findet ſich eingeſprengt und kryſtalliſirt, letzteres in wenig geſchobenen
4. ſeitigen Saulen mit 4A Flächen zugeſpitzt, welche auf den Seiten-
kanten aufgeſetzt ſind.
Die Kryſtalle find gewöhnlich klein und eingewachſen.
Glatt und
Kuſfserlich ſtarkglänzend, von Glasglanz, der ſich dem Fett- glanz nähert;
Inwendig glänzend von Glasglanz. 4
Im Bruche muſchlich.
Ubrigens iſt dieſe Steinart theils halbdurchſichtig theil durchſcheinend.
Sie giebt einen weiſſen Strich. 1
Iſt weich und
Leicht zerſprengbar.
Ihr eigenthümliches Gewicht kenne ich noch zur Zeit nicht.
Bricht auf der Langſoe Grube unweit Arendal in Norwegen. 6
PELINTUS fagt vom Morochites: Gemma, per ſe porracea, viridisque trita autem candicans,(lacte ſudat) Hiſt. natur. L. XXXVII.§. 63.
Ich will nichts weniger als behaupten, daſs dies grade das obige Foffil geweſen ſei; in ſehr wenigen Fällen iſt man vielmehr nur im Stande, von unſern jetzt bekannten Foſſilien genau zu fagen, wie die Alten ſie nannten. Allein es ge- nüget deshalb auch ſchon einige Ahnlichkeit. Ich habe nun den in Vergeſſenheit gerathenen Namen Morochit als Gattungs- wort wiederhergeſtellt; jedoch unter der wohllautenderen Form Moroæxit, wozu mich der Urſprung jenes Wortes von
3 eexos berechtiget. (57) Den Apatit ſehe ich mich jetzt veranlaſst in 3 Arten zu theilen. 2
a) Gemeinen Apatit, nenne ich den Spaniſchen(von Logro- ſan), welcher dort in ganzen Lagern vorkommt und durch Farbe, Geſtalt, Glanz, Bruch, Härte vom Sächſfiſchen fehr verſchieden iſt;
b) Der Muſchlichte Apatit iſt rn. WERNER'S Soargelſtein; denn diefer galt fonſt in Frankreich für Chryſolith, und VAuc. QuETIN hat(im Journal d. mines XXXVII. p. 19— 25.) durch ſeine Zergliederung bewieſen, daſs dieſer fogenannte Chryſfolith aus 54,28 Kalkerde und 45,72 Phosphorſäure beſteht. Bei dieſer Gelegenheit hat er aber KrarRoOTHs Zergliede- rung des ächten Chryfoliths ganz auſſer Acht gelaſſen, welche ſich in des Letzteren Beiträgen etc. im I. Theil S. 103— 111. fin- det. In Frankreich iſt diefer unter dem Namen Peridot bekannt.
c) Der Blättrige Apatit iſt derjenige, wovon Hr. WRNEE
im Bergm. Journale 1788. I. B. S. 76— 96. ausführlich handelt.


